Rückblick: Mai 2017 Wetterstation Zülpich-Sinzenich 165 m NN | Mitteltemperatur 15,3° (Abweichung +1,9°) | Max. Temperatur 34,3° und Min. 0,4° | Min. Bodentemperatur -2,0 Grad | Niederschlagssumme 33 l/qm (58 % des Mittels) | Sonnenscheinstunden: 223 | Max. Windstärke 44 km/h | Luftfeuchtemittel 72 % | 2 Bodenfrosttage (Min. <0°) | 8 Sommertage (Max.>24,9°) |

Das Maiwetter 2017

Der Wonnemonat begann diesmal sehr unterkühlt mit letzten Frösten, danach wurde es aber rasch sommerlich und zum Monatsende gab es sogar Hitzerekorde und perfektes Bade-wetter. Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,4 Grad war der Mai so warm wie zuletzt 2001 (15,5°) und 2000 (15,7°). In der statistischen Reihe seit 1937 war es der 6. Platz der wärmsten Maimonate im Raum Euskirchen. Diese Entwicklung war nach den ersten zehn unterkühlten Tagen nicht zu erwarten. Mit kaum 10 Grad und frostigen Nächten erinnerte der Mai zunächst an typisches Aprilwetter. Am frühen Morgen des 10. Mai wurden in Lommersum -2,2° am Erdboden gemessen, in Heimbach -2,6°, in Sistig -2,8°, in Nettersheim -5,3° und in Schleiden-Olef gar -5,5°. Die letzten Bodenfröste wurden von den Beobachtern nach den Eisheiligen am 20. und 21. Mai in höher gelegenen Tälern abgelesen, damit endete eine sechs-wöchige, sehr schadhafte Nachtfrostperiode. Nach dem 12. Mai stiegen die Tageswerte rasch über 20° an, es wurde son-niger und schließlich auch turbulent mit Unwettern. Die höchsten Temperaturen des Monats lieferte eine erste hoch-sommerliche Hitzewelle am 29. Mai. Es wurde der heißeste Maitag seit dem 24.5.1922 registriert, hier einige Messergeb-nisse: Sinzenich 34,3°, Lommersum 33,3°, Heimbach, Olef und Malsbenden 31,7°, Nettersheim 31,5°, Sistig 30,3°, Schmidt-heim 29,0°, sowie Schöneseiffen und Udenbreth mit 28°. Mit acht Sommertagen über 25° wurde der Mairekord nur knapp verpasst: 1992 und 2000 gab es 11 Sommertage in Zülpich Die anhaltende Trockenheit war eine Folge der häufigen Hochdrucklagen und sehr viel Sonnenschein, besonders zum Monatsende. Die durchschnittlichen Sonnenstunden wurden überall erreicht, meist sogar um 10-20% überschritten. In Sis-tig wurden 210 Stunden gemessen (105%), in Zülpich 223 Stunden (115%), in Schöneseiffen 224, in Lommersum 226, in Nettersheim 228, in Schmidtheim 237, im Rurtal bei Heimbach 193 und in der Tallage Gemünd-Malsbenden 182 Stun-den. Zum Abschluss des Rückblicks noch der Niederschlag. Die Trockenheit der vergangenen Monate setzte sich auch im Mai fort. In den letzten 117 Jahren gab es nur einen vergleichbar trockenen Jahresauftakt: 1921 vom 1.1. bis 31.5. nur 99 l/qm in Zülpich (Münstereifel 113 l); 2017 vom 1.1. bis 31.5. 124 l/qm in Zülpich-Sinzenich. Im Durchschnitt regnete es in fast alle Orten im Kreis Euskirchen nur 60-80% des Normalwertes. Nur starke Gewitter konnten diese Bilanz am 28.5. verändern. In wenigen Stunden fielen 23 l in Bad Münstereifel, 33 l in Gemünd, 35 l in Harz-heim und 37 l am Rückhaltebecken Eicherscheid. Die höchs-ten Monatssummen zwischen 70 und 85 l/qm fielen in diesen Orten mit den starken Gewittern. Am trockensten blieben folgende Ortschaften: Roitzheim und Kessenich 39 l/qm, Net-tersheim und Sistig 38 l, Lommersum und Ahrhütte 37 l, Mül-heim-Wichterich 34 l und nur 33 l/qm in Enzen, Hollerath und Sinzenich. Extreme Überflutungen, großer Hagelschlag und Orkanböen blieben im Gegensatz zum Vorjahr diesmal ganz aus.
2017-06-05 16:57:07

Das Aprilwetter 2017

Nach warmem Start folgte bis zum Monatsende eine kalte Dusche mitten im Frühling. Kurz vor Ostern kam Karfreitag die große Temperaturwende. Die Monatsmitteltemperaturen erreichten als Folge zwischen Zülpich, Euskirchen und Weilerswist nur 8,2 Grad (0,9 Grad weniger als im März). Im Raum Euskirchen war es der kälteste März seit 1997. In der statistischen Reihe seit 1937 belegte er Platz 24 der kältesten Aprilmonate. In den höheren Lagen erreichte der April z.B. in Kall-Sistig 6,0 Grad und war damit im Vergleich zum Langzeitwert (1981-2010 auch 0,9 Grad zu kalt. Nur in der ersten Monatshälfte gab es einige frühsommerliche Tage, wobei es am 10. und 14. am wärmsten war, so z.B. 26,0 Grad in Metternich, 25,5 Grad in Mülheim-Wichterich, 24,5 Grad in Roitzheim, 21,7 Grad in Sistig und 23,3 Grad in Gemünd. Viel nenneswerter waren aber die eisigen Nächte der zweiten Monatshälfte. Am Morgen des 20.4. meldeten alle Stationen Luftfrost von -3,9 bis -5,0 Grad, am Erdboden bis -7 Grad. In den Mulden und Flusstälern der Eifel sanken die Temperaturen noch tiefer: -7,8 Grad in Olef und Nettersheim, -6,9 Grad in Harzheim und -6,6 Grad in Eicherscheid. Am Erdboden registrierte Olef -9,2 Grad, Schmidtheim -9,6 und Nettersheim -9,7 Grad, rekordverdächtige Werte für den fortgeschrittenen Frühling. Die Folgen für die Landwirtschaft waren extrem. Viele Blüten von Obstbäumen erfroren trotz großer Anstrengungen. Die Wechselhaftigkeit des Monats April konnte die anhaltende Dürre in Eifel und Börde nicht beenden. In der Zeit vom 19.3. bis zum 17.4. fielen im Raum Zülpich sogar weniger als 5 l/qm in 29 Tagen. Es war die längste Trockenperiode seit 2007, damals blieb es zwischen dem 24.3. und dem 6.5. ganze 44 Tage trocken. Ein Vergleich der Regensummen zeigt, dass alle Stationen im Bördenraum zwischen 12 und 16 l/qm erreichten. Dies sind gerade mal 20-30 % des Langzeitwertes. Zwischen Olef und Udenbreth steigerten sich die Niederschlagssummen nur unwesentlich auf 17-21 l/qm, also ebenfalls viel zu wenig. In Ahrhütte gab es mit 8 l/qm den geringsten Niederschlag (2007 nur 0,5 l/qm). Die Sonnenscheindauer war trotz des launischen Monats noch ausreichend, z.T. sogar überdurchschnittlich. Trotz fehlender Hochdruckperioden kamen folgende Summen im Kreisgebiet zusammen: Schöneseiffen 175 Stunden, Zülpich 171 Stunden, Sistig 168 Stunden, Lommersum 163 Stunden, Heimbach 141 Stunden und Gemünd-Malsbenden 126 Stunden.
2017-05-12 18:36:47

Das Märzwetter 2017

Perfektes Frühlingswetter mit Rekordwärme und extrem viel Sonnenschein beherrschte den März. Nach wechselhaftem Auftakt mit Sturm folgte anhaltender Hochdruck mit vielen warmen Tagen. Anhand der Monatsmitteltemperaturen und dem Vergleich zum 30-jährigen Mittel (1961-90) ergaben sich folgende Rückschlüsse in der Statistik: - in der Summe aller Stationen war es in NRW der wärmste März seit Messbeginn 1881; - auch oberhalb von 500 m Seehöhe wurden alle bisherigen Rekorde gebrochen Kall-Sistig mit 7,0° statt bisher 6,8° im Jahr 1957 - im westlichen Rheinland war es z.T. genau so warm wie im März 1981: Euskirchen 1981 mit 9,2° und 2017 nun 9,1° Zülpich 1981 mit 8,7° und 2017 nun 8,7° Die positive Abweichung vom Mittelwert 1961-90 betrug in diesem Jahr enorme 4,2°. Warme Märzmonate gibt es immer wieder mal, das beweisen auch die Daten noch älterer Stationen, wie z.B. das gut mit Euskirchen vergleichbare Aachen: März 1931 dort 9,1° und März 1862 sogar 9,2°. Späte Kaltlufteinbrüche mit Schneefällen waren diesmal eine Rarität, so meldete Udenbreth nur 2 cm Schneedecke am 6. März. Die Fröste blieben schlapp und erreichten in den Tallagen der Eifel -4,4° (Olef) und nur -1,0° in Bördenraum (Sinzenich). In den letzten 40 Jahren waren die Nachtfröste in Sinzenich nur 1990 und 1997 knapp milder mit -0,8°. Zum Monatsende war dann als Folge die Narzissenblüte bereits weit fortgeschritten. Bis zum 8. März blieb es wechselhaft und Sturmtiefs hatten die Oberhand (Böen der Stärke 8-9 wurden am 2. und 8. in allen Höhenlagen gemessen). In der zweiten Monatshälfte fühlte man sich bei 20-24 Grad in den Mai versetzt. Hier einige seltene Höchstwerte des März 2017: Füssenich 23,8°, Sinzenich 23,7°, Weilerswist 23,5°, Euskirchen 23,0°, Lommersum 22,7° und Heimbach 22,3°. Sogar Sistig erreichte mit 19,6° fast die 20°-Marke (März 1968 hier 21,5° als Rekordwert). Ein Sommertag über 25° wurde im Euskirchener Süden nur einmal am 30.3.1998 notiert. Es verwundert nicht, dass der März aufgrund der vielen Überstunden der Sonne diese Wärme erreichte. Seit Jahren gab es nicht mehr so viele wolkenlose Tage zum Frühlingsauftakt. Hier einige Sonnenscheinsummen aus dem Kreisgebiet: Sinzenich 170 Stunden, Dahlemer Binz 167, Schöneseiffen 157, Sistig 155, Lommersum 153 und in der Tallage Heimbach 134 Stunden. Die positiven Abweichungen vom Mittelwert betrugen 20-45%. Schon im März 2014 wurden zwischen Zülpich und Weilerswist 214 bis 216 Sonnenstunden gemessen. Der März verwöhnt uns immer häufiger mit Wärme und Sonnenschein. Sehr unterschiedlich waren die Inhalte der Regenmesser im Kreis Euskirchen im vergangenen Monat. Während in Udenbreth-Miescheid 109 l/qm fielen waren es in Bad Münstereifel nur 22 l/qm. Verbreitet fielen nur 40-50% der sonst üblichen Mengen. Hier einige Summen zum Vergleich: Udenbreth 108 l, Schöneseiffen 71 l, Hollerath 64 l, Olef 62 l, Schmidtheim 54 l, Lommersum und Gemünd 52 l, Mülheim-Wichterich 46 l, Palmersheim 44 l, Sistig 40 l, Zülpich und Heimbach 39 l, Sinzenich 33 l, Steinbachtalsperre 32 l, Zingsheim 28 l, Ahrhütte und Füssenich 27 l, Eicherscheid 25 l und Mechernich 23 l/qm.
2017-04-06 17:29:11

Das Februarwetter 2017

Milder und anfangs trockener Februar
Die ständigen Hochdruckgebiete gingen im Februar zu Ende und damit verabschiedete sich der Winter gleichzeitig aus der Eifelregion. Sturmtiefs bestimmten das Wettergeschehen und daher ging der Winter mild zu Ende. Der Temperaturüberschuss im Februar (Mittel 1981-2010) betrug +2,7 Grad im Raum Euskirchen/Zülpich und 2,8 Grad auf 500 m in Sistig. In der statistischen Reihe seit 1937 belegte er damit Platz 9 der wärmsten Februare. Das Temperaturgefälle zwischen dem kältesten und wärmsten Tag war nicht mehr so extrem wie noch im Januar. Am 15. Februar schaffte der Eifelföhn auf der Nordseite Richtung Düren: 17,8 Grad in Mechernich-Glehn, 17,6 Grad an der Deponie Mechernich und 17,5 Grad in Heimbach, Hergarten und Harzheim. Die niedrigsten Werte könnten auch in den Monat April passen: -5,2 Grad in Olef, -4,3 Grad in Heimbach, -4,2 Grad in Gemünd-Malsbenden -4,0 Grad in Sistig und -2,8 Grad in Euskirchen-Roitzheim. Die Trockenheit des gesamten Winters setzte sich auch im Februar fort. Trotz der Umstellung auf Tiefdruckgebiete konnte die trockene erste Monatshälfte nicht mehr ausgeglichen werden. Sistig schaffte gerade mal 65 % des Mittels und Zülpich nur 54%. Hier einige Summen für ihren Vergleich: 23 l in Füssenich, 24 l Zülpich, 26 l in Mülheim-Wichterich, Lommersum 28 l, Bad Münstereifel 31 l, Iversheim 32 l, Palmersheim 35 l, Mechernich, Zingsheim und Eicherscheid 36 l, Steinbachtalsperre 38 l, Ahrhütte 43 l, Sistig 45 l, Gemünd 50 l, Olef 52 l, Blankenheim 58 l, Heimbach 60 l, Hollerath 62 l, Schöneseiffen 63 l und Udenbreth 97 l/qm. Die maximalen Schneedecken blieben im letzten Wintermonat eher dürftig. Nur rund um Udenbreth war bei bis zu 20 cm noch einmal rodeln möglich. In Hollerath waren es nur 8 cm und in Lommersum gerade mal 4 cm. Wenig auffällig waren die Summen der Sonnenstunden. Nur 83% des Mittels wurden in Zülpich (73 Stunden) und in Sistig (61 Std.) erreicht. Weitere Summen: Lommersum 64, Schöneseiffen 63 und Heimbach 61 Stunden. Vom 23. bis 28. gab es wiederholte Sturmböen bis zur Stärke 8 oder 9 in allen Höhenlagen: 80 km in Zülpich, 84 km in Mechernich und 87 km in Sistig und Schöneseiffen.
2017-03-03 15:05:01

Das Januarwetter 2017

Kältester Januar seit 2010
„Endlich mal wieder ein winterlicher Monat“, das werden die Fans von Schnee und Eis gedacht haben. In der Statistik nimmt der Januar 2017 sogar Platz 7 der kältesten Januare seit 1967 ein (Euskirchen -0,2° und Kall-Sistig -2,0°), in Sistig sogar Platz 5. Hier eine Auflistung der noch kälteren Januare und ihrer Mitteltemperaturen in Euskirchen und Sistig: Euskirchen Kall-Sistig 1987 mit -3,7° -5,7° 1985 mit -3,0° -5,0° 1979 mit -2,8° -4,3° 1997 mit -1,6° -1,9° 2010 mit -1,3° -3,2° 2009 mit -0,9° -1,9° 2017 mit -0,2° -2,0° Seit 1937 besteht die Reihe der Temperaturmessungen in der Kreisstadt und in Kall-Sistig. In diesem Zeitraum erreichten folgende Monate die absolut niedrigsten Mitteltemperaturen (80 Jahre): - Januar 1963 in Euskirchen -6,5° und Sistig -7,8° - Februar 1956 in Euskirchen -8,5° und Sistig -10,0° Der Januar 2017 begann richtig kalt. Schon am 5.1. drehte der Wind hinter Sturmtief „AXEL“ auf Nordost und eisige Luft strömte ein. Noch heftiger war der Vorstoß polarer Kaltluft zu Beginn der zweiten Monatshälfte. Vom 15. bis 28. Januar gab es eisige Nächte und viel Schnee auf den Eifelhöhen. Erst zum Monatsende wurde es milder und der Schnee schmolz bis auf 600 m herauf. Die niedrigsten Werte des Monats wurden über den Schneedecken zwischen dem 17. und 23. des Monats erzielt (2m und Bodentemperatur): Nettersheim -16,9° / -20,5° Olef -15,3° / -18,3° Gemünd -13,9° Schmidtheim -13,3° / -21,6° Sistig -12,3° / -16,6° Zülpich -10,4° /-13,0° Lommersum -9,5° / -11,8° Nach dem sehr trockenen Dezember war der hohe Luftdruck auch im Januar ein Garant für geringe Niederschläge in der Börde rund um Euskirchen. Nur die Hochlagen zwischen der Oleftalsperre und Udenbreth erhielten im Nordoststau der Wolken mehr Niederschlag, meist in Form von Schnee. So erzielten Udenbreth (88 l/qm), die Oleftalsperre (55 l) und Hollerath (52 l) Summen über 50 l/qm. Ganz anders das Bild rund um Euskirchen mit sehr niedrigen Werten: Füssenich 17 l, Euskirchen 19 l, Zülpich und Iversheim 21 l, sowie Lommersum, Enzen, Roitzheim und Dahlem mit 23 l/qm. Nur 40-50% des Normalwertes fiel hier vom Himmel. Mit der Höhe nahmen auch die maximalen Schneehöhen deutlich zu. Während in Lommersum nur 2 cm und in Sinzenich 5 cm lagen, waren es oberhalb von 300 m ski- und rodeltaugliche 15 bis 60 cm: Münstereifel 16 cm, Ahrhütte 18 cm, Gemünd 22 cm, Vogelsang 24 cm, Sistig 25 cm, Schmidtheim 33 cm, Hollerath 43 cm und Udenbreth 62 cm. Rund um Udenbreth lag fast so viel Schnee wie zuletzt Weihnachten 2010 mit 63 cm. Der Januar 2017 hatte dank sehr vieler Sonnenstunden auch eine gute Seite die in Erinnerung bleiben wird. Fast überall wurde ein Überschuss von 30-40% abgelesen: Sinzenich 103 Stunden, Lommersum 96, Schmidtheim 93, Schöneseiffen und Sistig 86, sowie in der Tallage von Heimbach 71 Stunden.
2017-02-04 14:39:46

Das Dezemberwetter 2016

Extreme Trockenheit zum Jahresende
„Zu mild, schneearm, sehr sonnig und extrem trocken“, so könnte man in Kurzform den letzten Monat des Jahres 2016 charakterisieren. Bei genauerer Betrachtung der Monatsmitteltemperaturen zeigen die beiden äl-testen Stationen im Raum Sistig und Euskirchen/Lommersum große positive Ab-weichungen. Seit 1937 wird an beiden Orten gemessen, hier die Ergebnisse (Dezember 2016): - Sistig 3,1° (Abweichung +1,8°) Platz 11 der wärmsten Dezember in 80 Jahren - Euskirchen 4,1° (Abweichung +0,7°) Platz 26 der wärmsten Dezember in 80 Jahren Auf den Eifelbergen war die Abweichung vom Mittelwert (1981-2000) also deutlich größer als in den Niederungen der Bördenlandschaft oder den Eifeltä-lern, sicherlich eine Folge der hohen Sonneneinstrahlung, der Föste und der häu-figen Südwinde. In den Tälern rund um Gemünd-Malsbenden, Olef und Hel-lenthal war der Monat durch die vielen klaren Nächte mit Frost sogar 0,7° zu kalt. Die höchsten Temperaturen des Monats schaffte ein leichter Eifelföhn am 9. und 10. Dezember, so z.B. 13,7° in Heimbach, 14,8° in Zülpich und fast 16° im Dü-rener Rurtal. Die niedrigsten Werte der Lufttemperatur wurden am zweiten Advent (3./4.) Dezember sowie zum Jahresende (30./31.) ohne Schneedecke über gereiften Böden gemessen. Hier einige sehr kalte Orte: Tallage Bad Münstereifel-Houverath -12,0°, Schleiden-Olef -10,8°, Gemünd-Malsbenden -10,6° und Net-tersheim Naturschutzzentrum -10,0°. Die Zahl der Frostnächte entsprach im De-zember den Langzeitwerten und schwankte zwischen 13 (Sinzenich) und 21 (Nettersheim). Herausragend –vor allem für die Betreiber von Solaranlagen- war der Sonnen-schein im letzten Monat des Jahres. Der diesjährige Dezember lag im Raum Euskirchen hinter 2015 (mit 94 Stunden) und 1963 (mit 92 Stunden) auf dem dritten Platz der letzten 60 Jahre. Hier die enorm hohen Summen: Schöneseiffen Windpark 103 Stunden (Stationsrekord), Kall-Sistig 98,5 Stunden (Stationsre-kord), Zülpich 98 Stunden (2015 sogar 105 Std.), Lommersum 89 Stunden, Nettersheim 81 Stunden und in der Tallage Heimbach 59 Stunden. Im Südkreis gab es durch den anhaltenden Hochdruck deutlich mehr Sonne als in den nebligen oder wolkenbedeckten Tallagen des Nordkreises. Sehr auffallend waren die bereits häufiger erwähnten Luftdruckwerte des Mo-nats. Der monatliche Durchschnittswert von 1030,8 hPa an der Deponie Me-chernich sucht in den letzten 30 Jahren seinesgleichen. Am 27. und 28. Dezem-ber wurden zwischen Trier, Aachen und Köln die höchsten Luftdruckwerte seit Beginn der Beobachtungen im Rheinland notiert: Nettersheim 1048,0 hPa Mechernich-Deponie 1047,4 hPa Elsenborn (B) 1047,2 hPa Auch beim Niederschlag gab es Rekordwerte durch die extreme Trockenheit im Dezember. Atlantische Tiefs hatten gegen die kräftigen Hochs kaum eine Chan-ce. Sturmböen blieben eine Rarität, stattdessen verzauberten starke Reifablage-rungen die Täler. Im Vergleich zu den Langzeitwerten fielen nur 10-20% der üblichen Summen (z.B. in Sistig 11%). Mehr als 20 l/qm fielen nur im Raum Rheinbach-Palmersheim (21) und rund um Udenbreth (28 l). Alle anderen Stati-onen lagen zwischen 10 und 20 l/qm. Die trockensten Orte des Monats waren: Füssenich mit 8 l/qm, Ahrhütte 9 l, Glehn, Mechernich und Sistig 10 l, Netters-heim, Harzheim und Vettweiß 11 l sowie Heimbach und Sinzenich mit 12 l/qm. Schnee oder Wintersport fielen wie im Vorjahr komplett in den Teich.
2017-01-03 21:01:12

Das Novemberwetter 2016

Wechselhaftes und kühles Novemberwetter
Die Schlagzeilen des Monats wenig spektakulär aber immerhin war es mal wieder ein zeitweise zu kalter November mit Schneefällen in den Hochlagen. Trotz des sehr kontrastreichen Wetters wichen Niederschlag und Sonnenscheindauer nur wenig von den Langzeitwerten ab. Schauen wir uns zunächst den Temperaturverlauf an. Nach hohen Temperaturen zu Allerheilgen folgte eine erste Kältewelle mit Schnee oberhalb von 300 m Seehöhe. Vom 15. bis 24. November wurde es wieder milder bevor zum Monatsende die Tiefstwerte des Herbst 2016 erreicht wurden. Die Mitteltemperaturen in Kall-Sistig und Olef betrugen 3,9° und waren 0,4° zu kalt. In Sinzenich und Lommersum lagen sie bei 5,9° und damit betrug die negative Abweichung nur 0,2°. Auf den Eifelhöhen war der November also kälter als im Flachland, das zeigt auch die auf 700 m gelegene Wetterstation in Mont Rigi im Venn. Hier war es sogar 0,8° zu kalt. Ein Grund für diese Abweichung war sicherlich die mehrtätige Schneedecke oberhalb von 500-600 m. Im Venn und in der Schneifel wurden am 10. November 12 cm gemessen, in der Nordeifel meldete Udenbreth 11 cm und Hollerath 5cm und rund um den Kermeter und die Burg Vogelsang waren es noch 2 cm in den Hochlagen des Nationalparks. Die Extremtemperaturen des Monats lagen weit auseinander. Zu Allerheiligen wurden nachmittags die Höchstwerte an der Eifelostseite zwischen Rheinbach, Kall und Zülpich gemessen (Deponie Mechernich 17,2°, Heimbach 16,9° und Sinzenich 15,5°). Die kältesten Nächte gab es an den beiden letzten Novembertagen. Rund um den Zülpicher See war der 29.11. mit -6,9° sogar die kälteste Novembernacht seit 1998 (damals -9,6°). Weitere Tiefstwerte können sie mit ihren Wohnorten vergleichen: Metternich -4.8°, Mechernich Deponie und Sistig -5.9°, Schöneseiffen -6.3°, Heimbach -7.1°, Schmidtheim, Glehn und Harzheim -7.5°, Gemünd-Malsbenden und Eicherscheid -8.3°, Nettersheim -9.3°, Olef -9.6° und Bad Münstereifel-Houverath -10.0°. Die niedrigsten Werte am Boden meldeten die Beobachter aus den Tallagen Olef und Nettersheim (-11.5°) sowie von der Dahlemer Binz -10.9°. In Sachen Sonnenschein lagen wir nach dem sehr trüben Oktober diesmal auf der freundlicheren Seite. Die Abweichungen lagen nur wenig über oder unter über den Mittelwerten (1981-2010). Hier die Wetterstationen mit Sonnenscheinmessung: Zülpich-Sinzenich 74 Std. (101%), Lommersum 69 Std. (95%), Dahlem 62 Std., Schöneseiffen 61 Std., Sistig 57 Std. (101%), Nettersheim 58 Std. (98%) und Tallage Heimbach 54 Stunden. Für die Solarkollektoren auf unseren Hausdächern also kein berauschender Herbst nach den tollen Spätsommerwerten vom September. Die Unterschiede beim Niederschlag waren im November ganz normal verteilt. In den Hochlagen der Nordeifel bis 109 l/qm und nur 43 l/qm zwischen Füssenich und Kessenich im Nordkreis. Insgesamt lagen die Summen 5-25 % unter den Normwerten. So erreichte Kall-Sistig bei 58 l/qm nur 75%, Euskirchen bei 52 l/qm nur 86% und Udenbreth mit 109 l immerhin 96% des Mittels. Hier die trockensten und feuchtesten Orte: Kessenich 43 l, Füssenich und Sinzenich 44 l, Enzen 46 l, Lommersum 47 l sowie Hellenthal 89 l, Udenbreth 109 l und im Hohen Venn sogar 137 l/qm (Abweichung 107%). Nach frostigen Nächten vor Nikolaus wird es jetzt bis Mitte Dezember meist mild bleiben, danach ist alles möglich auch ein Wintereinbruch zu Weihnachten.
2016-12-05 10:44:02

Das Oktoberwetter 2016

Trüber und kalter Oktober
Seit 14 Jahren gab es keinen so wolkenverhangenen Oktober in der Eifel- und Voreifelregion. Viele Tiefdruckgebiete lenkten feuchtkalte Luftmassen in unse-ren Raum und daher wirkte der Oktober nach diesem spätsommerlichen Sep-tember tatsächlich wie ein verfrühter November. An den Mitteltemperaturen des Monats ist das zu kühle Herbstwetter genau ab-zulesen. Nur 9,3° im Raum Zülpich, 9,8° in Lommersum und Euskirchen, sowie 7,6° in Sistig und 6,9° zwischen Udenbreth und Schöneseiffen. Die Abweichun-gen vom Langzeitwert betrugen in allen Höhenlagen -1,0 bis -1,5°. Nur der März hatte bisher eine negative Abweichung im Jahr 2016. Nur am 16.10. wurde in der Voreifel die 20°-Marke überschritten (Zülpich 21,0°). Die niedrigsten Temperaturen meldeten die Wetterbeobachter am 5. und 6. Oktober. Im Flachland war es Bodenfrost bis -2°, in den höher gelegenen Eifeltälern Luftfrost (Nettersheim, Houverath Kläranlage und Olef -2,0°; Mals-benden -0,8° und Heimbach -0,4°). Die Zahl der Bodenfröste lag in Lommersum bei 6 und in Nettersheim bei ansehnlichen 18. Ganz untypisch war diesmal die Verteilung der Niederschlagssummen. Häufige Wetterlagen aus Osten und Norden drückten den Niederschlag aus Richtung Euskirchen und Zülpich gegen die ansteigende Eifel. Als Folge gab es in Dah-lem nur 48 l/qm, in Ahrhütte (56 l), in Hollerath (58 l) und Udenbreth (65 l) sehr geringe Regenmengen. Vor der Eifel im Wolkenstau fielen am 20.10. von 4 bis 19 Uhr in Sinzenich 35 l/qm, in Bad Münstereifel 30 l, in Eicherscheid 28,5 l und in Mechernich sowie Gemünd 26 l. Hier einige Monatssummen zum Vergleich: Lommersum 60 l, Sinzenich 62 l, Urfttalsperre 63 l, Nettersheim 67 l, Sistig 68 l, Gemünd 70 l, Arloff 71 l, Olef und Euskirchen 72 l, Palmersheim 81 l, Houverath 83 l, Bad Münstereifel und Steinbachtalsperre 84 l, Iversheim 87 l und in Eicherscheid 89 l/qm. Der östliche Eifelanstieg erreichte von Mechernich bis ins Münstereifeler Hö-hengebiet deutliche Regenüberschüsse bis 165 % (Bad Münstereifel). Leider bescherte uns der Oktober nach den Sonnenstundenrekorden im Septem-ber kaum goldene Momente. In Zülpich wurden 102 Sonnenstunden gezählt und in Lommersum gar nur 94 Stunden. Im Oktober 2002 waren es sogar nur 81bzw. 83 Stunden. In der Statistik erreichte der Oktober 2016 in den letzten 60 Jahren nur den 48. Platz. Die geringste Sonnenstundenzahl addierte der Beobachter in Euskirchen 1974 mit nur 49 Stunden (Oktober-Höchstwert 153 Stunden 2005). Weitere Messungen Okt. 2016: Schöneseiffen 89 Stunden, Sistig 84, Dahlem 83, Nettersheim 81 Stunden, Heimbach 77 und Tallage Malsbenden gerade mal 23 Stunden.
2016-11-05 12:20:06

Das Septemberwetter 2016

Ungewöhnlich sommerlicher September
Extreme Trockenheit, enorm viel Sonnenschein und extreme Hitze mit Sommerfeeling machten aus dem diesjährigen September einen Sommermonat. In der Tat war der September sogar ein Grad wärmer als der Juni. Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,2° in Lommersum, 17,9° in Sinzenich und 16,0° in Sistig wurden die Langzeitwerte um 3,4 bis 3,8 Grad übertroffen. Der Sommer ging also in die von allen erwünschte Verlängerung. In der Eifel und rund um Euskirchen war es der zweitwärmste September seit Beginn der Wetterbeobachtungen (2006 war noch 0,2° wärmer; z.T. auch 1999). Mehrere Hochdruckgebiete führten in der ersten Monatshälfte zu einer extremen Hitzewelle. Seit Beginn der Temperaturmessungen in Westeuropa gab es keine Abfolge so heißer Tage über 30° wie im vergangenen Monat (12.-15.9.). Neben vier heißen Tagen gab es über den Monat verteilt noch 14 Sommertage, soviel wie in keinem anderen Sommermonat 2016. Normalerweise erreicht ein durchschnittlicher September nur 4 Sommertage. Selbst in Sistig auf 500 m Seehöhe wurden noch 6 Sommertage erreicht. In Euskirchen und Zülpich gab es zuletzt 1949 ebenfalls 14 Sommertage im September. Am heißesten war es am Dienstag, dem 13. September mit folgenden Spitzenwerten im Kreis Euskirchen: Lommersum und Euskirchen 33,2° (Rekord 34,0° am 05.09.1949); Sinzenich 33,7° (Rekord seit Gründung 1977); Deponie Mechernich (Rekord seit Gründung 1983); Sistig 29,4° (Rekord 29,8° am 05.09.1949). Weitere Werte: Weilerswist 33,0°; Heimbach 32,7°; Zingsheim 31,7°; Gemünd 31,3°; Nettersheim 31,1°; Steinbachtalsperre 31,0°; Olef 29,9° und Schöneseiffen 28,8°. Nur wenig Regen (20-30% des Mittels) und damit extreme Trockenheit waren ein weiteres Kennzeichen des ersten Herbstmonats. Viele Bäume vertrockneten oder reagierten mit früher Blattfärbung. Der September 2016 gehört zu den 10 trockensten seit 1895. Hier ein kleiner Vergleich mit den fünf Rekordhaltern des Sept. in l/qm: 2016 1895 1921 1959 1971 1979 Euskirchen 17 11 10 1 5 8 Münstereifel 19 7 12 3 20 15 Zülpich 14 10 12 3 12 10 Sehr niedrige Werte meldeten auch folgende Stationen: Sinzenich 9 l, Blankenheim 12 l, Metternich 13 l, Olef 15 l und Enzen, Schöneseiffen, Heimbach u. Roitzheim 16 l/qm in 30 Tagen. Anhaltende Trockenheit und häufiger Hochdruck ergaben letztendlich auch enorm hohe Sonnenscheinsummen als drittes Kennzeichen des Septembers. Überall machte die Sonne Überstunden und somit lagen wir kreisweit bei 150-170% des Mittelwertes. Hier einige Ortsmeldungen: Tallage Gemünd-Malsbenden 173 Stunden, Tallage Heimbach 187 Stunden, Nettersheim 232, Lommersum 236, Sistig 238, Sinzenich 246 und Schöneseiffen 253 Stunden. Der bisher sonnigste September lieferte 1959 in Euskirchen sogar 255 Stunden.
2016-10-09 19:47:20

Das Augustwetter 2016

Endlich Sommerwetter im trockenen August
Die wohl treffendste Charakteristik des Sommers 2016 erfolgte durch die Schlagworte „beständig unbeständig“. Für den Monat August traf das aber nicht zu. Nach kühlem Start folgten im letzten Monatsdrittel sogar Hitzerekorde bei anhaltender Trockenheit. Man mag es kaum glauben, der meteorologische Sommer war rund um Euskirchen insgesamt 0,6° zu warm (01.Juni bis 31.August). Schließen wir den Blick auf den Sommer 2016 mit den meteorologischen Daten zum August ab. Die Durchschnittstemperatur von 18,8° in Zülpich lag nur 0,7° über dem 30-jährigen Klimamittel (in Sistig 16,7° und +0,9°). Nach einer etwas unterkühlten ersten Monatshälfte fühlten sich viele schon in den Herbst versetzt. In den Alpen fiel der erste Schnee und im Hohen Venn gab es am 11.8. den ersten Bodenfrost (Elsenborn mit -2° und Schleiden-Olef -0,4°). Dann zur Monatsmitte kam das erste beständige Hoch (Gerd) nach der wochenlangen Flaute. Sonnenschein und Badewetter kamen leider erst zum Ende der Sommerferien und mit den ersten Schultagen gab es dann sogar eine echte Hitzewelle. Vom 23. bis 28. August stieg das Thermometer an sechs Tagen über 33 Grad. Es war die längste Hitzewelle im letzten Augustdrittel seit Beginn der Temperaturmessungen (1937) im Kreis Euskirchen. Mit 35,5° in Sinzenich, 35,0° in Heimbach, 34,4° in Gemünd und Lommersum, 32,4° in Sistig und 30,9° in Udenbreth wurden am 27.8. die höchsten Augustwerte erreicht. Bei der Sonnenscheindauer verhinderte die erste Monatshälfte deutliche Überschüsse. Meist wurden Werte von 10-15% über dem Langzeitwert abgelesen. Hier die üblichen Stationen: Tallage Malsbenden 180 Stunden, Tallage Heimbach 199 Std., Lommersum 224 Std., Sistig 231 Std., Sinzenich 236 Std. sowie Schöneseiffen und Dahlem 243 Stunden. Gewitter und Sturmtiefs mit Böen gab es im August nicht und daher blieben auch die Niederschlagssummen sehr gering. Meist wurden je nach Region gerade mal 25-65% des Normwertes gemessen. Nur am 2.8. fielen rund um Udenbreth 24 l/qm in 24 Stunden, sonst blieb es eher extrem trocken mit hoher Waldbrandgefahr. Hier einige Summen: Udenbreth 62 l/qm (91%), Schöneseiffen 43 l (63%), Lommersum 40 l (63%), Mülheim-Wichterich 38 l (56%), Zülpich 36 l (59%), Hollerath 34 l (55%), Dahlem 33 l (53%), Olef, Euskirchen, Blankenheim (50%) und Ahrhütte 29 l, Mechernich (49%) und Münstereifel 28 l (41%), Gemünd und Zingsheim 26 l, Füssenich (41%) und Glehn 22 l, Sistig 20 l (29%) sowie Sinzenich mit nur 18 l/qm (32%). Auch der September setzt wahrscheinlich die trockenwarme Spätsommerwitterung fort. Bis Mitte September sollen die Temperaturen in Euskirchen noch zwischen 25 und 30 Grad liegen. Regen ist kaum zu erwarten. Die negative Niederschlagsbilanz ist gut an folgenden Summen der drei Sommermonate abzulesen: - Niederschlag in Zülpich-Sinzenich 174 l/qm - Verdunstung in Zülpich-Sinzenich 280 l/qm.
2016-09-05 14:33:58

Das Juliwetter 2016

Warmer Juli mit örtlichen Unwettern
Entsprechend der Siebenschläfer-Regel blieb der Juli 2016 durchwachsen aber unterm Strich überraschend etwas zu warm und beim Niederschlag gab es enorme Kontraste. Mit einer Mitteltemperatur von 19,2° in Lommersum, Euskirchen und Zülpich war der zweite Sommermonat entgegen unseren Gefühlen doch 0,8° wärmer als das Mittel 1981-2010. In der ersten Monatshälfte blieb es eher kühl und durchmischt bei gerade mal drei Sommertagen. Am 14. Juli gab es sogar Schneefälle in den Alpen bis auf 1500m herab. Danach wurde es kurzzeitig sommerlich. Der heißeste und gleichzeitig schwülste Tag schaffte am 20.07. folgende Höchstwerte im Kreisgebiet: 30,4° in Dahlem, 31,2° in Sistig, 32,4° in Zingsheim und Olef, 33,8° in Gemünd, 34,9° in Lommersum, 35,5° in Sinzenich, 36,1° in Mülheim-Wichterich und 37,2° in Euskirchen. Gerade mal vier bis fünf Sommertage wurden auf 500-600 m Seehöhe notiert, im Raum Lommersum waren es 12. Entsprechend der geringen Hochdruckwetterlagen war auch die Sonnenscheindauer im Kreis Euskirchen unter dem langjährigen Mittel. Die Hocheifel zwischen der Oleftalsperre, Udenbreth und Blankenheim hatte die wenigsten Gewitter und damit auch mehr Sonnenschein. Hier einige Summen: Nettersheim 211 Stunden, Dahlem 207, Schöneseiffen 196, Sinzenich 182, Lommersum 177 (89%), Sistig 178 Stunden (hier nur 73% des Mittels) und Gemünd-Malsbenden 160 Stunden (82%). Beim Niederschlag zeigte der Sommer regional erneut sein Unwettergesicht. 75% des Kreisgebietes blieben zu trocken und nur da wo starke Unwetter tobten erreichten die Summen 200% des Normalwertes. Gerade mal 30 l/qm waren es im Nordkreis bei Lommersum dagegen 137 l/qm in Mechernich-Glehn am Eifelaufstieg und 132 l/qm an der Deponie in Mechernich-Strempt (207% des Mittelwertes). Besonders hohe Summen meldeten auch Olef (108 l), Blankenheim (107 l), Malsbenden (107 l), Gemünd (103 l) und Schöneseiffen (100 l). Alle anderen Stationen erreichten Monatssummen zwischen 35 und 70 l/qm. Ursache für diese überdurchschnittlichen Werte waren extreme Starkregenereignisse. In Blankenheim regnete es allein am 23.7. fast 64 l/qm in 24 Stunden. Noch schlimmer die Regenfälle und Überflutungen an Blei- und Rotbach am Osteifelabhang. Die höchsten Tagessummen fielen in nur drei Stunden in einem ortsfesten Gewitter am 21. Juli. Hier die max. Werte: 40 l/qm in Schöneseiffen, 53 l in Malsbenden, 63 l in Olef, 68 l am Tierheim Mechernich, 86 l in Mechernich-Glehn und 92,3 l an der Deponie Mechernich. Seit Beginn der Messungen im Raum Strempt im Jahre 1896 (Bergbaugesellschaft) hat es keinen so intensiven Dauerregen gegeben. Ab 15:40 Uhr fielen in 10 Minuten 22,3 l/qm, in 30 Minuten 46,7 l und in 60 Minuten 65,3 l/qm. Kein Wunder das anschließend neue Rekordstände des Bleibaches in Kommern aber auch des Rotbaches in Schwerfen und Sinzenich erreicht wurden.
2016-08-03 19:41:36

Das Juniwetter 2016

Regenrekorde im Gewittermonat Juni
Der erste Sommermonat wurde seinem Namen nicht gerecht und bescherte uns eine beispiellose Unwetterserie. Es war regional sogar einer der nassesten Junis der letzten Jahrzehnte. Gewitter gehörten zur Tagesordnung und extreme Starkregenfälle richteten auch Schäden an. Trotz der wechselhaften Witterung betrug die Mitteltemperatur in den Niederungen 17,0° (Zülpich Abweichung +0,6°), in Gemünd 15,8° (+1,2°) und in Kall-Sistig 14,8° (+1,5°). Eine eindeutige Zunahme der positiven Abweichungen mit der Höhe. Extreme Temperaturen über 30° gab es nur in einer kurzen Hitzewelle am 23. Juni. Hier einige Werte dieses extrem schwülen Tages aus dem Kreisgebiet: Euskirchen 35.3°, Füssenich und Metternich 34.0°, Sinzenich 33.5°, Lommersum 33.2°, Gemünd 31.8°, Zingsheim 30.8°, Olef 30.3°, Sistig 29.3°, Schmidtheim 29.1° und Schöneseiffen sowie Udenbreth noch 28.8°. Es verwundert nicht, dass die Sonne durch die vielen Regenwolken kaum Platz zum Durchblick fand. Die negativen Abweichungen von meist 25-40 % werden vor allem die Betreiber von Solaranlagen getroffen haben. Folgende Wetterstationen meldeten Sonnenscheinsummen: Lommersum 168 Stunden, Schöneseiffen Windpark 163, Dahlemer Binz 159, Sinzenich 145, Heimbach 142, Gemünd 114 und Kall-Sistig 94 Stunden (nur 52% des Mittels). Die Eifelsüdseite war deutlich sonniger als der Anstieg zur Eifel zwischen Zülpich und Sistig. Im Raum Zülpich belegte der Juni 2016 den zweiten Platz der sonnenscheinärmsten Junimonate in den letzten 25 Jahren (2012 hier sogar nur 128 Sonnenstunden).Von Osten aufziehende, zahllose Gewitter und Schauer waren hier die Ursache. Die Niederschläge waren das Gesprächsthema Nummer 1 im Juni. In der Summe aller Wetterstationen war in NRW nur der Juni 1882 regenreicher. Schauen wir auf die Wetterstationen des Kreises Euskirchen und vor allem den Hotspot der Gewitter zwischen Zingsheim und Zülpich. Aufgrund der vielen Schäden habe ich eine Liste mit Niederschlägen und Abweichungen vom Mittelwert 1981-2010 zusammengestellt: Lommersum 109 l/qm (163%), Sinzenich 113 l (174%), Gemünd 154 l (226%), Sistig 114 l (164%), Schöneseiffen 163 l (206%), Schmidtheim 114 l (156%), Zingsheim 176 l (275%), Mechernich 129 l (219%), Zülpich 151 l (239%), Bad Münstereifel 130 l (191%), Ahrhütte 114 l (181%), Udenbreth 133 l (151%), Hollerath 126 l (154%), Houverath 146 l (200%), Euskirchen 115 l (171%), Eicherscheid 142 l (210%), Blankenheim 106 l (171%) und an der Steinbachtalsperre 136 l (222%). In Gemünd und Umgebung war es der höchste Juniniederschlag seit 1906. Die stärksten Gewitterregensummen an einem Tag lieferten Zingsheim (52,2 l), Schöneseiffen (44,6 l) und Eicherscheid (42,0 l).
2016-07-11 13:15:17

Das Maiwetter 2016

Große Wettergegensätze im letzten Frühlingsmonat
Der Wonnemonat Mai war in diesem Jahr durchweg zu warm und regional sehr feucht. Hinter den unscheinbaren Daten verbergen sich allerdings große Kontraste, wie die Unwetter zum Monatsende zeigen werden. Im Schnitt erreichten die Temperaturen 11,0° in Udenbreth, 11,8° in Sistig, 12,8° in Gemünd, 14,0° in Sinzenich und sogar 14,4° in Lommersum. Dies entspricht einer positiven Abweichung von 0,6° bis 1,0° in Bezug zum Mittel 1981-2010. Hinter den Mittelwerten verstecken sich die Extreme an folgenden Orten: -2,7° am 04. Mai in Nettersheim (Olef -2,6°) und am Boden -6,5° in Schmidtheim; die Maxima wurden mit 27,6° in Euskirchen-Roitzheim und 21,6° in Kall-Sistig gemessen. Die Zahl von fünf Sommertagen in den Niederungen war leicht überdurchschnittlich. Schadhafte Fröste durch die Eisheiligen gab es rund um Euskirchen kaum. Genau zu Pfingsten gab es einen starken Kälteeinbruch, was unter anderem dazu führte, dass die Höchstwerte an Pfingsten niedriger blieben als an Weihnachten. Auch die Sonnenscheindauer im Kreisgebiet war leicht überdurchschnittlich. Eine Folge der anhaltenden Trockenheit in den ersten drei Maiwochen. So erreichte Lommersum und Sinzenich 202 Sonnenstunden, Nettersheim 196, Schöneseiffen 191, Sistig 175 und in der Tallage von Malsbenden 149 Stunden. Der Überschuss betrug 5-10%. Weitaus dramatischer waren die Unterschiede im Niederschlagsbereich. Während die Ortschaften im Nordkreis zwischen Euskirchen und Weilerswist nur 40-52 l/qm erhielten (85-95% des Mittels), betrugen die Abweichungen in den Regionen mit starken Gewittern (27. und 30. Mai) sogar 150-200%. Hier einige besonders hohe Summen: Mechernich Deponie 122 l, Sistig 112 l, Hollerath 107 l, Münstereifel 105 l, Gemünd 101 l, Iversheim 100 l, Houverath 99 l, Schöneseiffen 98 l und Eicherscheid 93 l/qm. Besonders hohe Tagesniederschläge und starke Gewittergüsse erhöhten die Monatsmengen erheblich. Am 30.5. fielen z.B. in 24 Stunden in Sistig 64 l/qm, in Udenbreth 57 l/qm, an der Deponie Mechernich 55 l/qm, in Gemünd 47 l, in Iversheim, Hollerath und Eicherscheid waren es 42 l/qm. Am Freitag (27.5.) nach Fronleichnam gab es zwischen Kall und Mechernich unwetterartige Starkniederschläge mit großen Überflutungen (u.a. in Scheven). Die Deponie Mechernich registrierte gegen 14 Uhr 31,8 l/qm in 10 Minuten. Ein Rekordwert seit Gründung der Station 1983. Den höchsten 30 Minuten-Wert registrierte die Station bei ähnlichen Unwettern am 28.07.2006 mit 42,2 l/qm. Leider ging die Unwetterserie durch Gewitter noch bis zum 8. Juni. Der Klimawandel zeigt sein Gesicht immer deutlicher auch bei uns. Bleibt abzuwarten welche Überraschungen dieser Sommer noch plant.
2016-06-07 19:09:20

Das Aprilwetter 2016

Sommergefühle und Winterwetter im launischen April
Der April hat uns noch einmal vor Augen geführt, wozu der Winter auch im Frühling fähig sein kann. Gefühlt war der Monat für uns alle zu kalt aber so schlimm war es nicht, wenn man die Statistik betrachtet. Auf frühsommerliche Werte folgten ein Kälterückfall und Schneefälle bis ins Flachland, das alles glich sich aber aus. Die Mitteltemperatur von 8,6 Grad in Zülpich-Sinzenich war zwar die niedrigste seit 2008, die Abweichung betrug aber nur -0,5°. Auch in den Höhenlagen über 500 m Seehöhe war es nur leicht unterkühlt (Sistig Mitteltemperatur 6,2°; Abweichung -0,3°). Es war noch einmal ein April nach altem Schlag. Besonders mild war die erste Monatshälfte mit Spitzenwerten am 03./11. und 21. April: Udenbreth 17.5°, Sistig 18.1°, Olef 18.6°, Schöneseiffen 19.0°, Gemünd 20.1°, Lommersum 21.7°, Sinzenich 21.8° und in Euskirchen 22.1°. Die niedrigsten Werte wurden durchweg zwischen dem 24. und 28. April notiert: Sistig -1.8°, Schöneseiffen und Gemünd -2.1°, Harzheim -3.8°, Houverath, Nettersheim und Olef -4.1°. Am Erdboden mussten die Pflanzen noch einmal Tiefstwerte bis -7° überstehen. Nur mit Folien konnten die Frühkartoffel in der Voreifel die Minusgrade überstehen, bei den Obstbäumen wird es Schäden gegeben haben. Fehlende beständige Hochdruckwetterlagen senkten die Sonnenscheindauer im April um 10-15%. Folgende Summen wurden im Kreisgebiet addiert: Sinzenich 168 Stunden, Schöneseiffen 167, Lommersum 158, Sistig 152 und Heimbach 140 Stunden. Für die Versicherungen war es ein ruhiger Monat, kaum Sturmböen und nur wenige schwache Gewitter. Unfälle durch Schneeglätte und Glatteis waren da schon eher ein Problem. Schneetief „UTA“ überraschte vom 25. bis 27. April viele Autofahrer auf Sommerreifen. Kräftige Schnee- und Graupelschauer waren im Flachland problematisch auf den Bergen eher der Dauerfrost und eine Schneedecke. 12 cm lagen am 26.4. in Udenbreth, 8 cm in Hollerath, 3 cm in Olef, 2cm in Nettersheim und 1 cm in Ahrhütte. Soviel Schnee gab es in den Hochlagen im letzten Aprildrittel zuletzt 1985 und 1986, also vor 30 Jahren. Die Regenmengen entsprachen im zweiten Frühlingsmonat den Langzeitwerten oder fielen deutlich zu gering aus. Vor allem Tief PETRA zur Monatsmitte und Tief UTA am Monatsende lieferten die Niederschläge. Hier einige Summen aus dem Kreis Euskirchen: Ahrhütte und Houverath 29 l, Euskirchen 30 l (nur 60% des Mittels), Bad Münstereifel 31 l (nur 57% des Mittels), Füssenich 34 l, Palmersheim 36 l, Steinbachtalsperre 41 l, Zülpich 45 l, Lommersum und Iversheim 46 l, Eicherscheid 49 l, Sistig 54 l, Olef 57 l, Schöneseiffen und Gemünd 59 l, Hollerath 63 l und Udenbreth 90 l/qm.
2016-05-06 07:27:52

Das Märzwetter 2016

Kein Frühlingswetter im kalten März
Der erste Frühlingsmonat war zu kalt, sonnenscheinarm und am Ende auch sehr nass. Nur in den ersten zehn Tagen dominierte kaltes, in den Hochlagen auch winterliches Wetter mit knackigen Frösten. Mildes Frühlingswetter trat aber auch in der zweiten Hälfte nur äußerst selten auf. Die Abweichung von den langjährigen Mitteltemperaturen betrug in Sistig -0,5° und im Raum Euskirchen -1,5°. Es war der erste unterkühlte Monat seit Oktober 2015. Das sehr wechselhafte Wetter wurde zum Monatsausklang sogar turbulent mit Sturm und Gewittern entlang der Grenze zum Kreis Düren. Tief „Aloisa“ stürmte am 1. März über den Nordkreis und den Nationalpark. Besonders heftig ging es Ostermontag zu (28.3.). Begleitet von Gewittern wurden Böen der Stärke 8-9 in allen Höhenlagen gemessen. Nur an einem einzigen Tag wurde zwischen Zülpich, Euskirchen und Lommersum die 15°-Marke überschritten, das gibt es nur selten. Es war der niedrigste Spitzenwert seit März 1996 (damals 15,0° als Höchstwert). Am 30.03.1998 wurden sogar 25,8° gemessen, das war das andere Extrem des ersten Frühlingsmonats. Im gesamten Winter 2015/16 wurden in Zülpich 22 Frosttage notiert, im März waren es erstaunliche 16 (Mittelwert 10) bis zum 18. März. Danach wurde es langsam milder und noch nicht einmal Bodenfröste traten auf. In Abhängigkeit von der Höhe wurden folgende Tiefstwerte am 1. März abgelesen: Lommersum -4,5°, Sinzenich -5,5°, Gemünd -7,2°, Olef -8,7° und Nettersheim -9,1°. Am Erdboden erreichte die Wetterstation an der Dahlemer Binz über Schnee noch einmal -12,4°. Der März blieb aufgrund des wechselhaften Wetters insgesamt sonnenscheinarm. Nur das beständige Hoch „Joachim“ konnte vom 7. bis 21. die negative Bilanz auffrischen. Gut 15-20% des Normalwertes wurden in der Sonnenstundensumme addiert. Hier einige Vergleichswerte: Schöneseiffen 120 Stunden, Sinzenich 117, Lommersum 114, Schmidtheim 111, Sistig 103 und in der Tallage Heimbach 96 Stunden. Der fehlende Sonnenschein hemmte die Entwicklung der Vegetation und somit waren am Monatsende noch viele Bäume und Büsche kahl. Dank der fast vierzehntägigen Trockenheit in der Monatsmitte fiel der März zu trocken aus. Große Regenmengen lieferte nur der 31. März mit Summen zwischen 25 l/qm in Palmersheim und 40 l in Bad Münstereifel-Eicherscheid. Zum Vergleich hier einige Summen aus dem Kreis Euskirchen: Bad Münstereifel 43 l (80%), Füssenich 51 l, Ahrhütte 63 l (103%), Udenbreth 64 l (nur 60% des Mittels), Euskirchen 65 l (138%), Sinzenich 60 l (85%), Dahlemer Binz 71 l (83%), Sistig 75 l (99%), Iversheim 76 l, Hollerath 83 l (89%), Schöneseiffen 85 l (91%), Eicherscheid 88 l (195%), Olef 93 l und Gemünd-Malsbenden 105 l (149%). Aufgrund der niedrigen Temperaturen erreichten die Hocheifelorte im März mehr Schnee als im ganzen Winter. In Udenbreth lag vom 1. bis zum 16. des Monats eine Schneedecke. Die maximalen Schneedecken wurden meist am 7.3. morgens registriert: Hohes Venn 33 cm, Udenbreth (Weißer Stein) 31 cm, Hollerath 23 cm und 20 cm in Lammersdorf. Sogar die Lifte wurden noch einmal in Betrieb gesetzt.
2016-04-05 14:20:15

Das Februarwetter 2016

Nasser und milder Februar
Die andauernde Atlantikströmung verursachte im Februar das meist milde und regenreiche Wetter. Eine Perlenschnur von Tiefdruckgebieten mit stürmischen Winden verhinderte das Vordringen der kalten Luft aus dem Osten oder Norden.
Beim Blick auf die Mitteltemperaturen des Monats wird die überdurchschnittliche Wärme offensichtlich: Sistig 1,8° (Abweichung +1,6°), Gemünd 3,1° (Abw. +1,6°), Zülpich 4,2° (Abw. +1,5°) und Lommersum 4,5° (Abw. +1,7°).
Sehr oft lagen die Höchsttemperaturen im zweistelligen Plusbereich und daher hatten es die Pollenallergiker schon mit zahlreichen Hasel- und Erlenpollen zu tun. Am wärmsten war es im Voreifelbereich am 21. Februar durch einen starken Föhneinbruch. In Euskirchen wurden 15,6°, in Flamersheim 15,2°, in Sinzenich und Wichterich 14,7° und an der Steinbachtalsperre noch 12,8° gemessen.
Die kälteste Nacht des Monats passte nicht zum Hochwinter und schaffte am 17.2. gerade mal die -12° in Harzheim und in Houverath, -11,4 in Nettersheim, -10,8° in Eicherscheid und -7,6° in Euskirchen. Über einer dünnen Schneedecke wurde es am Erdboden (5cm Höhe) auf der Dahlemer Binz -19° kalt, in Nettersheim -17° und in Schleiden-Olef -14°.
Die wechselhafte Witterung machte es der Sonne schwer zu dominieren. Nur im Lee der Eifel und an der Oleftalsperre gab es einen Überschuss: Windpark Schöneseiffen 100 Stunden (110%); Sinzenich 94 Std. (104%); Lommersum 83 Std. (101%); Nettersheim 78 Std. (95%); Heimbach 71 Std. (93%); Schmidtheim 69 Std. (92%); Sistig 66 Std. (90%).
Die heftigen Turbulenzen im Februar wurden durch die Sturmdaten und die Niederschlagsmenge am deutlichsten. Am Rosenmontag (8.2.) wurde sogar der Karnevalsumzug in einigen Orten (u.a. auch in Euskirchen) abgesagt. Sturmtief „RUZICA“ wehte mit Windstärke 8-9 über unsere Region. Auch am 1., 6., 9. 20. und 21. Februar gab es Sturmtiefs mit heftigen Böen. Am Karnevalsdienstag wurden in Schmidtheim 93 km/h und in Sistig 87 km gemessen.
Aber zurück zum starken Niederschlag im letzten Wintermonat. Seit 2002 war kein Februar so nass wie in diesem Jahr. Hier einige besonders hohe Summen und Abweichungen: 200 l/qm fielen im Hohen Venn (175% des Mittelwertes), 178 l in Udenbreth (195%), Olef 117 l, Hollerath 106 l (133%), Schöneseiffen 100 l (115%), Blankenheim 97 l (206%), Gemünd 95 l (148%), Houverath 81 l (180%), Nettersheim 78 l (120%) Zülpich 71 l (169%) und Münstereifel 70 l (132%). In Euskirchen dagegen fielen am Kreishaus nur 48 l/qm aber auch hier betrug die Abweichung noch 123%. Die Schneedecken blieben auch im Hochwinter die Ausnahme. Nur wenige Tage war am Weißen Stein Skifahren möglich. Hier einige max. Schneedecken: Udenbreth 15 cm, Hollerath 14, Gemünd 11 cm, Houverath, Sistig u. Olef 10cm, Bad Münstereifel Eicherscheid 7 cm, Nettersheim und Sinzenich 4 cm und Ahrhütte 3 cm.
Zum Abschluss noch einige Anmerkungen zum extrem milden Winter 2015/16. Es war der dritte sehr milde in Folge. Die Mitteltemperatur der drei Wintermonate betrug in Zülpich 5,8°, das entspricht einer enormen Abweichung von +2,9°. Nur der Winter 2006/07 war seit 1937 noch ein Zehntel wärmer. Dies bestätigen auch die ältesten Stationen (Euskirchen und Sistig).
2016-03-03 17:52:17

Das Januarwetter 2016

Zu milder Januar mit großen Temperaturunterschieden
Eher grün als weiß präsentierte sich der zweite Wintermonat Januar. Einem sehr kalten Norden stand dabei ein mildes Rheinland gegenüber. Die monatliche Durchschnittstemperatur konnte von den fünf kalten Tagen Mitte des Monats nicht herunter gezogen werden. Die Abweichung vom Mittelwert 1981-2010 betrug in Kall-Sistig +1,6° und in Zülpich +1,8°. Zwischen dem 16. und 22. Januar gab es in allen Höhenlagen die ersten knackigen Fröste des Winters. Am 18. und 19. stiegen die Temperaturen ganztägig nicht über 0° (Eistage). Normalerweise erreicht Euskirchen im Januar 16 Frosttage, in diesem Jahr gerade mal sechs. Hier einige sehr niedrige Tiefstwerte des Monats (Boden Minimum in Klammer): Nettersheim -14,2° (-18,3°); Houverath -14,0°; Harzheim -13,8°; Olef -13,7°; Eicherscheid -13,0°; Schmidtheim -12,7° (-20,3°); Sistig -12,3° (-16,7°); Ge-münd -11,9°; Sinzenich -10,3° (-12,4) und Lommersum nur -7,9° (-9,6°). Etwas feuchter als üblich fielen die Niederschlagssummen im Januar aus. Häufige Sturmtiefs statt anhaltendem Hochdruck waren die Ursache. Zwischen 500 m Seehöhe (Sistig 64 l/qm) und dem Flachland (Euskirchen und Lommersum 35 l/qm) gab es kaum große Unterschiede in den Mengen. Von Blanken-heim (76 l/qm) über Hollerath (98 l/qm) bis Udenbreth (157 l/qm) jedoch stiegen die Summen an der Eifel Südseite (Stauseite) deutlich an. Mager blieben die Schnee Summen für alle Liebhaber des Wintersports und für unsere Kinder (Lommersum <1 cm, Sinzenich u. Gemünd 2 cm, Münstereifel u. Olef 3 cm, Nettersheim 4 cm, Schleiden-Herhahn 5cm, Ahrhütte u. Sistig 6 cm, sowie Hollerath und Udenbreth 21 cm. Am 15. Januar liefen die Lifte am Wei-ßen Stein zum ersten Mal in diesem Winter. Nach der kurzen Kälteperiode folgten zum Monatsende wieder extrem milde Temperaturen. Am 25.1. schaffte der Eifelföhn bei Südwind neue Rekorde für das letzte Januardrittel, z.T. sogar neue Januarrekorde. In Geilenkirchen bei Aachen gab es sogar einen neuen NRW Rekord für Januar mit 18,3 Grad. Hier einige Werte aus dem Kreisgebiet, die auch in den März passen könnten: 17,4° in Vlatten, 16,7° in Roitzheim, Heimbach 16,6°, 16,2° in Sinzenich, 16,0° in Mülheim, 15,8° in Lommersum, 15,5° in Füssenich und 15,1° in Weilerswist. Die Sonne schien im Kreis Euskirchen so häufig wie sonst nirgendwo in NRW. Die Abweichung vom Mittelwert betrug in Sistig bei 54 Sonnenstunden gut 10%, in Sinzenich bei 74 Stunden nur 5%. Weitere Sonnenscheinsummen: Dahlemer Binz 47, Schöneseiffen 48,5 und Nettersheim 50 Stunden. Bis zum 20. Februar zeigen die Prognosekarten noch keinen Wintereinbruch. Bisher ist dieser Winter 2015/16 im Raum Euskirchen mit einer Durchschnittstemperatur von 6,7 Grad der wärmste seit min. 1937. Rekordhalter bisher der Winter 2006/07 mit 5,9 Grad, also eine erhebliche Steigerung wenn es nicht Ende Januar noch sehr kalt wird.
2016-02-09 20:26:14

Das Dezemberwetter 2015

Wärmster Dezember seit min. 300 Jahren
Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Westeuropa (De Bilt, NL, 1706 und Aachen 1829) ist es noch nie so mild gewesen wie im Dezember 2015. Wenn man Weihnachten bei 16 Grad mit dem T-Shirt aus dem Haus gehen kann und die ersten Haselnußpollen fliegen, dann ist das schon bemerkenswert. Die Statistik untermauert dieses besondere Ereignis eindrucksvoll. Die bisherigen Rekordhalter 1974 und 1934 wurden quasi pulverisiert. Das zeigen die Vergleiche der Dezember-Mitteltemperaturen mit 2015 in unserer Region:
- Euskirchen u. Lommersum 9,1° (seit 1937 Rekord 7,6° im Jahr 1974)
- Zülpich-Sinzenich 8,9° (seit 1970 Rekord 7,5° im Jahr 1974);
- Sistig 6,9° (seit 1937 Rekord 4,2° im Jahr 1974);
- Schneifelforsthaus 5,4° (seit 1889 Rekord 3,8° im Jahr 1934)

Die Meteorologen sprechen gar von einem 500-Jahres-Ereignis, das wir gerade erlebt haben. Erst in einer mittelalterlichen Warmzeit zwischen 1000 und 1300 finden wir ähnliche Ereignisse in unserer Region. So habe ich in der Münstereifeler Chronik und im Schleidener Unterhaltungsblatt folgende Einträge gefunden:
Winter 1289/90 war von unerhörter Milde (wie 1185/86) Weihnachten blühten Bäume ; Mädchen gingen mit frischen Blumen geschmückt zum Christfest ; Knaben badeten in Flüssen und am 6.1. brüteten die Vögel ; am 14.01. wurden Erdbeeren gefunden und Rebstöcke blühten ; 1289 tragen Jungfrauen zu Weihnacht und Dreikönig Kränze von Veilchen und Kornblumen.
Schleidener Unterhaltungsblatt vom 29.01.1890
Anno 1289/90 extrem milder Winter: Buben baden am heiligen Weihnachtsfest, Wiesen sind grün und Veilchen blühen.

Ganz ohne einen Luftfrost (wie 1974 auch) verlief dieser erste „Wintermonat“. Die niedrigsten Werte des Kreisgebietes wurden in der Eifel am 10. Dezember registriert (Schmidtheim -1,4°). Mehr als zwei Frosttage gab es aber auch oberhalb von 600 m Seehöhe nicht. Der wärmste Tage ist schon bemerkenswerter und ebenfalls ein neuer Rekordwert: 17,3 Grad in Euskirchen am 7. Dezember.
Auch bei den Niederschlägen wirkte das ständige Hochdruckwetter (Monatsmit-tel des Luftdrucks in Mechernich 1026 hPa) positiv. Mit 20 bis 40 l/qm wurden rund um Euskirchen nur 65% des Langzeitwertes erzielt. Der geringste Nieder-schlag fiel mit 21 l/qm in Münstereifel-Eicherscheid. Zwischen Olef (48 l) und Udenbreth-Miescheid (107 l) fiel deutlich mehr Niederschlag durch den Südweststau der Wolken vor der Eifel.
Auch die Sonne machte reichlich Überstunden in diesem frühlingshaften Dezember. Hier einige Ergebnisse aus verschiedenen Höhenstufen mit deutlichem Vorteil für den Nordkreis: Zülpich-Sinzenich 105 Stunden, Lommersum 95, Dahlemer Binz 70, Nettersheim 68 und Schöneseiffen 67 Stunden. In der Zülpicher Bördenlandschaft wurden damit die höchsten Sonnenstundenzahlen für Dezember seit min. 1945 beobachtet.
Allen Lesern der Wetterartikel wünsche ich ein gesundes und glückliches Jahr 2016.
2016-01-05 16:20:56

Das Novemberwetter 2015

In der Summe aller Wetterstationen in Deutschland war es der wärmste Novem-ber seit 130 Jahren. Trotz eines kräftigen Temperatursturzes im letzten Drittel war der Monat so warm wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen und dazu noch fast so warm wie der Oktober. Hier im westlichen Rheinland war die Situation etwas anders. Der November 1994 lieferte im Voreifelraum eine Mitteltemperatur von 9,6° und in diesem Jahr waren es 9,4° in Sinzenich und 9,5° in Lommersum. Es war also der zweit-wärmste November seit Messbeginn 1937. Dies gilt auch für die Regionen des Südkreises bei gut 500 m Seehöhe (Sistig 1994 Mittelwert 8,0° und in diesem Jahr 7,4°). Die Abweichungen vom Langzeitmittel (1981-2010) betrugen enor-me 3,1° bis 3,5°. Betrachtet man die deutlich älteren Daten der Station Aachen - die mit Euskir-chen gut vergleichbar sind – so zeigt die Statistik zwischen 1829 und 1937 auch nur zwei November mit einer Mitteltemperatur über 9° (1881 mit 9,3° und 1852 mit 9,6°). Zwischen dem 4. und 19. November gab es 14 Frühlingstage über 10° mit einer kurzen Unterbrechung. Die maximalen Temperaturen stiegen in einer Inversi-onswetterlage zwischen dem 1. und 3. November auf den höchsten Bergkuppen und in der Voreifel auf teilweise neue Rekorde: Deponie Mechernich 21,3°, Kermeter 20,8°, Schöneseiffen 20,7°, Roitzheim 20,0°, Udenbreth 19,5°, Schmidtheim und Füssenich 19,4° sowie Nettersheim und Sinzenich 19,1°. Nach frühen ersten Schneefällen um den 14. Oktober gab es auch im letzten No-vemberdrittel einen kleinen Wintereinbruch. Mit Blitz und Donner fielen am Sonntag, dem 22. November, 3-4 cm Schneedecke in einer heftigen Schauer in den Abendstunden. Rund um Udenbreth lag noch bis zum 1. Advent eine dünne Schneedecke (max. 7 cm am 25.). Auch die Sonnenscheindauer fiel etwas aus dem Rahmen, der Überschuss betrug 10-20%. Hier einige Summen: Zülpich-Sinzenich 93, Lommersum 81, Netters-heim 71, Heimbach, Schöneseiffen und Sistig 67 sowie Schmidtheim, Marma-gen und Dahlem mit 65 Stunden. Im November fiel nur in den Hochlagen mehr Niederschlag als sonst üblich. Riesige Kontraste zeigen die typische West-Staulage (Udenbreth 217 l und Schöneseiffen 154 l/qm) und die Lage im Eifelschatten (Euskirchen 42 l, Kesse-nich 41 l und Lommersum nur 37 l/qm). Bis auf 500 m Seehöhe erreichten alle anderen Stationen 45-85 l/qm. Die Abweichung vom Langzeitmittel lag in U-denbreth bei 190% und in Lommersum bei 86%. Ursache waren in den Hochla-gen sicherlich die anhaltenden Starkniederschläge vom 29. und 30. des Monats mit bis zu 38 l pro qm täglich. Nach wochenlanger Flaute gab es auch für die Windradfraktion mal wieder et-was zu lachen. Vom 13. bis 19. und zum Monatsende gab es häufige Windstärke 8-9 bis herunter in die Niederungen. Die außergewöhnlich milde Wetterlage lässt auch jetzt nach dem 2. Advent noch frühlingshafte Temperaturen zu. Die Kühe stehen noch auf der Weide, die Rosen blühen noch und erste Knospen an den Forsythien blühen auf der Südseite der Häuser. Bis zum 17. Dezember zeigen die Prognosekarten keinen Winter, auch nicht in den Hochlagen der Eifel.
2015-12-05 10:22:44

Das Oktoberwetter 2015

Statt des goldenen Herbstwetters lieferte der Oktober in diesem Jahr einen frühen Wintereinbruch und zog damit das Temperaturmittel deutlich herunter. Am Tag der deutschen Einheit war es noch spätsommerlich warm (Euskirchen 22°) doch zur Monatsmitte kam dann trübes und kaltes Frühwinterwetter. Von diesem Kälteschock erholte sich der Oktober nur langsam, blieb aber im Monatsmittel unter den Langzeitwerten. Die folgenden Temperaturmittel belegen diese Abweichungen: Lommersum 9,7° (Abweichung -0,7°), Zülpich 9,3 Grad (-1,3°), Gemünd 8,0° (-1,4°) und Dahlem 7,1° (-0,9°). Der extrem frühe Wintereinbruch zur Monatsmitte wurde ausgelöst durch einen Kaltlufttropfen in den höheren Luftschichten. Schon am 12. Oktober -und damit 18 Tage zu früh- gab es erste Luftfröste bis in die Tallagen der Voreifel. Die Tiefstwerte schwankten zwischen 0 und -2 Grad (Nettersheim -2,2°). Am Erdboden wurden in Schmidtheim Minima bis -5 Grad abgelesen. Frost im Oktober ist keine Seltenheit aber Schneefall bis in die Niederungen, das gibt es nur alle 50 Jahre, in Euskirchen zuletzt am 10.10.1975. Ab 300-400 m Seehöhe bildete sich sogar eine kurzzeitige Schneedecke aus. An der Station Sistig und an der Dahlemer Binz wurde am 14. Oktober eine 1 cm dünne Schneedecke gemessen. In der ersten Monatshälfte gab es das zuletzt am 14.10.1992 mit 2 cm in Sistig. Der früheste Schneedeckentermin in Udenbreth war der 10.10.1975 mit satten 10 cm, diesmal wurden 2 cm registriert. Der 14. Oktober war gleichzeitig mit einer Höchsttemperatur von nur 3,8° in Euskirchen und Zülpich der kälteste in der ersten Oktoberhälfte seit Beginn der Messungen im Jahre 1937. Kommen wir zurück zu den anderen Messgrößen des Monats. Auch die Sonnenscheindauer blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. An 13 Tagen wurde weniger als eine Stunde Sonnenschein gemessen. Hier einige Vergleichswerte: Lommersum 104 Stunden, Sinzenich 114, Schöneseiffen 95, Nettersheim 91, Schmidtheim 89 Stunden und Sistig 58 Stunden. Nur 60-80% der üblichen Sonnenscheinmenge stand für die Sonnenkollektoren zur Verfügung. Trotz hohen Luftdrucks war der Oktober in diesem Jahr kein Garant für Sonnenschein. Auch die zur Verfügung stehende Windenergie war im Oktober die niedrigste seit min. 25 Jahren. Es gab keine Gewitter, keine Stürme und folglich keine Sturmstärke 8 in allen Höhenlagen. Ein ruhiger Job für die Versicherungen aus Sicht der Meteorologie im Kreisgebiet. In Erinnerung bleibt die Trockenheit und der damit verbundene Pegelstand von Flüssen und Talsperren. Die Abweichungen lagen meist bei 50-75% des Langzeitwertes. Es gab kaum Unterschiede zwischen den Hochlagen und den Börden im Raum Euskirchen. Die Regensummen schwankten zwischen 25 und 35 l/qm und damit war es der trockenste Oktober seit fünf Jahren.
2015-11-05 07:49:17

Das Septemberwetter 2015

Kühles und sehr nasses Septemberwetter Auf den heißen und trockenen Sommer folgte unmittelbar ein recht kühler Herbstauftakt mit einem beginnenden Ausgleich der monatelangen Regendefizite. Nach 35 Grad Ende August kamen endlich angenehme Temperaturen von 15-20 Grad. Sommertage wurden nur noch vereinzelt beobachtet, so z.B. in Zülpich-Füssenich am 12. September mit 25,2 Grad (Euskirchen 24,6 Grad). In der Summe aller Temperaturen erreichte dieser erste Herbstmonat z.B. in Lommersum 13,5 Grad (Abweichung -1,1°), in Zülpich-Sinzenich 13,1 Grad (Abweichung -1,5°), in Gemünd-Malsbenden 11,8 Grad (Abweichung -1,8°) u. auf den Höhenzügen des Südkreises in Sistig 11,0 Grad (Abweichung -1,2°). In den letzten 40 Jahren gehörte dieser September zu den fünf kältesten. Erste kühle Nächte mit Bodenfrösten, das ist ganz normal für den beginnenden Herbst. Deutlich waren dabei die Unterschiede zwischen den Tallagen und den höchsten Erhebungen. So mussten die Gemünder am 29.9. schon Autoscheiben kratzen bei einer Lufttemperatur von +0,2 Grad, in Sistig bei +2,0 Grad ebenfalls noch und in Schöneseiffen bei +4,3 Grad Lufttemperatur nicht mehr. Am Erdboden meldete Nettersheim an diesem Morgen den niedrigsten Wert mit -3,3 Grad. Entsprechend dem NRW Trend übertrafen die Sonnenscheinsummen auch im Kreis Euskirchen die langjährigen Mittelwerte nicht: Zülpich 156 Stunden (96%), Lommersum 143 Stunden (100%), Kall-Sistig 136 Stunden (91%) sowie Schmidtheim und Schöneseiffen 147 Stunden (90%). Die seit Februar anhaltende Trockenheit wurde im September durch häufige Niederschläge beendet. Kräftige Gewitter am 12., 14. und 16. sorgten zusätzlich für starke Regenschauer. In dieser kurzen Gewitterperiode gab es auch einige wenige Windböen der Stärke 8. Hier einige Summen des Niederschlags aus dem Kreis Euskirchen zum Vergleich in l/qm: Udenbreth 125, Dahlem 108, Gemünd-Malsbenden 106, Hollerath u. Schöneseiffen 104, Eicherscheid 101, Zülpich 96 l, Steinbachtalsperre 94, Zingsheim 92, Lommersum 91, Ahrhütte 90 l, Iversheim 86, Sistig 84, Euskirchen 82, Münstereifel 76 l, Sinzenich 73, Füssenich 72 l und Palmersheim 71 l/qm. Die Abweichung vom langjährigen Mittel betrug 140-180%. Es war der regenreichste September seit 2001. Inzwischen hat eine längere Trockenperiode -seit dem 24. September- alle Felder wieder austrocknen lassen und die Ernte der Äpfel, Birnen und Kartoffel findet bei herrlich sonnigem Wetter statt. Ab Dienstag 6. Oktober wird es unbeständiger mit Regen und auch deutlich kühler.
2015-10-03 14:44:41

Das Augustwetter 2015

Temperaturrekorde und heftige Gewitter waren nur einige Facetten des hitzigen Sommermonats August. Die Sommermonate insgesamt schafften ein Sommermittel von 18,6° im Raum Euskirchen und Zülpich. Dies entsprach einer positiven Abweichung von +1,0 Grad. Der Sommer 2015 landet damit auf einem guten Platz 13 seit 1937. Noch größer waren die Abweichungen der Mitteltemperaturen im vergangenen Monat. Mit 19,1 Grad in Lommersum, 19,4 Grad in Zülpich und 16,8 Grad in Nettersheim trat überall eine Abweichung von +1,5 Grad auf. In der Voreifel landete dieser Aug. 2015 auf einem tollen zehnten Platz seit 1937. Mit sieben Sommertagen in Folge war der Auguststart so etwas wie der Höhepunkt der Sommerferien. Die Hitzewelle gipfelte am 6.8. im heißesten Tag des Monats. Hier einige der Temperaturmaxima dieses trockenheißen Tages: 35,5° in Wichterich, 35,4° in Sinzenich, 35,0° in Weilerswist, 34,6° in Euskirchen und 34,4° in Lommersum. Bis hoch auf die Eifelberge wurde die 30°-Marke überschritten (Dahlemer Binz 30,1°). Zur Monatsmitte gingen die Temperaturen dann deutlich zurück bevor am 20.8. eine neue Hitzewelle bis zum Monatsende einsetzte (34,4° in Sinzenich am 30.). Häufig wurden kurze Hochdruckwetterlagen von schwachen Sturmtiefs über der Nordsee abgelöst. Ein unbeständiges Schaukelwetter war die Folge, ähnlich wie im Juli. Die Differenz zwischen den Höchst- und Tiefstwerten war folglich enorm groß: 3,9° in Nettersheim am 19. und 35,5° am 6. in Wichterich. Mit 6 Tagen über 30° und 18 Tagen über 25° lag der August in Zülpich deutlich über den Mittelwerten. Hieran hatte die Sonnenscheindauer natürlich einen großen Anteil. Trotz häufiger Wolkenfelder durch die Nordseetiefs schafften wir überdurchschnittliche Summen mit einem deutlichen Vorteil für den Südkreis: 239 Stunden in Schmidtheim, 234 in Nettersheim 232 in Sinzenich, 228 in Schöneseiffen und 198 Stunden in Lommersum. Die Trockenheit der ersten beiden Sommermonate setzte sich im August nur zeitweise fort. Kräftige regionale Gewitter füllten die Messbecher der Beobachter in mehreren Schüben. Große Überschwemmungen, Hagelschlag oder Tornados verschonten zum Glück unsere Börden- und Eifelregion. Im Nachbarkreis zwischen dem Vorgebirge und dem Raum Meckenheim gab es am 10.8. Überflutungen nach 104 l/qm im Raum Meckenheim (Grafschaft 65 l/qm). Die monatlichen Regensummen fielen normal bis regional auch überdurchschnittlich aus: Harzheim 59 l/qm, Mechernich-Glehn 66 l, Udenbreth-Miescheid 68 l, Füssenich 70 l, Sinzenich 74 l, Olef 80 l, Schöneseiffen 84 l, Zülpich u. Arloff 87 l, Kessenich 90 l, Iversheim u. Eicherscheid 91 l, Palmersheim 92 l, Schmidtheim 95 l, Lommersum 98 l, Nettersheim u. Steinbachtalsperre 104 l und Houverath 110 l (Meckenheim 148 l/qm). Nach einem kurzen herbstlichen Wochenende stellt sich ab Mittwoch typisches Spätsommerwetter ein mit kühlen Nächten und viel Sonnenschein bei 20-22 Grad.
2015-09-06 13:30:16

Juliwetter 2015

Hitzerekorde, Unwetter mit Hagelschlag, Bodenfrost und sogar ein Sommersturm: So extrem kann der Sommer in Eifel und Börde sein. Die Mittelwerte des zweiten Sommermonats sind dagegen weit weniger spektakulär. Es ist schwer die vielen Extreme, die wir alle erlebt haben, in Worte zu fassen. Beginnen wir mit der Mitteltemperatur des Monats: 17,7° in Sistig (Abweichung zum Langzeitwert 1981-2010 bei +1,4°), Gemünd 18,5° (+1,7°) und Zülpich 19,9° (Abweichung +1,5°). Der Wärmeüberschuss war also in allen Höhenlagen zu beobachten und kurze kühle Witterungsabschnitte verhinderten einen noch höheren Mittelwert wie z.B. im Juli 2006 in Zülpich mit 22,3°. Am 10. Juli meldeten alle höher gelegenen Wetterstationen in Tallagen Bodenfrost von -0,7° (Nettersheim) bis -1,1° (Kalterherberg). Seit Gründung der Wetterstation Nettersheim im Jahre 1990 war das der erste Julifrost. Auf die wiederholten Vorstöße kühler Meeresluft folgten immer wieder subtropische Luftmassen aus dem Mittelmeerraum. Neun Hitzetage über 30°, davon sogar fünf Tage über 33°, machten die Sommerferien bis zum 17. Juli zum Erlebnis für alle Badefreunde. Am 2. und 4. Juli wurden die bisher heißesten Tage des Jahres 2015 von den Wetterbeobachtern registriert: 33,5° in Sistig, 36,7° in Gemünd, 37,1° in Lommersum, 38,0° in Zülpich und 38,3° in Weilerswist-Metternich. So hohe Juliwerte wurden rund um Euskirchen seit Beginn der Messungen (1937) noch nicht erreicht. Der Juli geht also in vielfacher Hinsicht mit diesen Extremen in die Historie ein. Die Zahl der Tage über 25° wird dabei vor allem die Schüler und Urlaubsgäste in den Bädern erfreut haben (12 in Sistig, 13 in Olef, 15 in Lommersum und 16 in Zülpich-Sinzenich). Viele sonnige Tage wechselten sich relativ gleichmäßig mit wolkenreichen und oft nassen Phasen ab. Die Sonnenscheindauer entsprach daher im Kreisgebiet den Langzeitmitteln oder lag sogar über dieser Norm. Hier einige Beispiele: Sistig 214 Stunden (+9%), Lommersum 223, Zülpich 229 (+14%), Schöneseiffen 231 und Schmidtheim sogar 241 Stunden (+20%). Der Juli war beim Niederschlag wenig spektakulär bis auf einige heftige Gewitter. In den Monatssummen spiegelt sich die Trockenheit zwischen den Regengüssen nicht wieder. Bis Anfang August konnte die Getreideernte in allen Höhenlagen der Eifel eingefahren werden. Zum Vergleich für sie einige Regenmengen, die regional seit März erstmals wieder über dem Mittelwert lagen: Sinzenich 43 l (nur 73%), Zingsheim und Houverath 50 l, Füssenich 51 l, Münstereifel 56 l, Zülpich 59 l, Udenbreth-Miescheid 60 l, Dahlem 62 l, Lommersum und Mechernich 65 l, Heimbach 66 l, Sistig und Palmersheim 73 l, Gemünd und Olef 78 l (117%), Hollerath 79 l und Schöneseiffen sogar 98 l/qm. Von den Gewittern blieben sicherlich zwei in besonderer Erinnerung bei unseren Lesern. Am 30.07. tobte nur zwischen Lommersum und Flamersheim ein heftiges Gewitter mit enormen Entladungen kurz nach Mittag. In Flamersheim gab es sogar einen Blitzeinschlag in ein Wohnhaus. Noch wesentlich schlimmer war der Hagelschlag im Gewitter am Sonntagabend dem 5. Juli. Meist hielten sich die Schäden in Grenzen, weil nur wenige Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 5 cm niederprasselten (so z.B. in Gemünd). Ganz anders in einem Streifen von der Euskirchener Südstadt bis herüber nach Dom Esch und Ollheim. 4-5 cm große Geschosse beschädigten hier hunderte Autos und Kunststoff-Rollläden. Sie richteten hohe Schäden in der Landwirtschaft an. Gewächshäuser und Photovoltaikanlagen wurden durchlöchert und Feldfrüchte wie Spargel, Kartoffel und Obst wurden stark beschädigt.
2015-08-06 07:58:55

Juniwetter 2015

Trotz einiger massiver, regionaler Unwetter im Kreisgebiet und einer stark ausgeprägten Schafskälte stellte sich in weiten Teilen der Eifel und Voreifel eine extreme Dürre ein. Schauen wir uns die Wetterdaten im Kreisgebiet mal genauer an. Die Mitteltemperatur des Monats erreichte in Zülpich 16,5°, in Sistig 14,4°, in Schmidtheim 13,9° und in Udenbreth 13,3°. Die Abweichung vom Mittel 1981-2010 betrug +0,1 im Flachland und +1,1° oberhalb von 500 m. Der mit Abstand heißeste Tag dieses ersten Sommermonats war der 5. Juni. Hier eine Auswahl der Maxima: 34,9° in Füssenich, 34,5° in Sinzenich, 33,4 Grad in Lommersum, 31,3° in Zingsheim, 30,7° in Olef, 29,8° in Sistig und 28,6° in Udenbreth-Miescheid. Für das erste Monatsdrittel des Monats Juni waren dies die höchsten Werte seit Beginn der Messungen im Jahre 1937. Die Zahl der Tage über 25° als Ausdruck der Qualität des Sommers war leicht überdurchschnittlich (Sinzenich und Lommersum 8, Kall-Sistig 3). Während der Schafskälte zur Monatsmitte (17.) wurden noch einmal Bodenfröste bis -1,7° (Nettersheim) in einigen hochgelegenen Eifeltälern gemessen. Die Lufttemperatur sank in Houverath bis 2,0° und in Olef bis 0,9 Grad. Als extrem kann man die Niederschlagssummen im Juni sicherlich bezeichnen. Nur kleinräumige Gewitter brachten eine Entlastung der anhaltenden Dürre. Die Trockenheit machte den Landwirten im gesamten Kreis Euskirchen große Probleme in Form von Ernteschäden. In vielen Teilen des Kreises wurden nur 30-70% der Langzeitwerte erreicht. Hier einige Beispiele für wenig oder viel Regen: Glehn 28 l (50%), Mechernich 33 l (56%), Gemünd 45 l (34%), Sistig 47 l (71%), Zülpich Stadt 81 l (128%), Houverath 73 l (100%), Lommersum 65 l (97%). Ausschlaggebend für die großen Differenzen waren die gewittrigen Regenfälle vom 12. und 22. Juni. Im Raum Zülpich fielen am 12. enorme 41,5 l in nur drei Stunden, in Nettersheim am 22. 36 l, in Hollerath 30 l und in Sistig 25 l/qm. Trotz des launischen Wetters schaffte es die Sonne im ersten Sommermonat eine ausgewogene oder überdurchschnittliche Bilanz (20-40% über den Mittelwerten) zu erzeugen. Besonders der Südkreis wurde von der Sonne bevorzugt, was folgende Zahlen zeigen: Dahlem 260 Stunden, Nettersheim 252, Schöneseiffen 246, Lommersum 235, Zülpich 233, Sistig 224 und Heimbach 219 Stunden.
2015-07-13 11:59:33

Maiwetter 2015

Kühles Wetter in Norddeutschland, viel Regen im Süden nur das Rheinland blieb staubtrocken. Hier die Wetterparameter im Einzelnen: Die Monatsmitteltemperaturen lagen meist knapp unter den Langzeitwerten (1981-2010), so z.B. in Zülpich-Sinzenich mit 13,3 Grad (-0,1 Grad zu kalt) und in Kall-Sistig mit 10,8 Grad (-0,4 Grad zu kalt). Luft- und Bodenfröste blieben in den Niederungen nach dem 2. Mai gänzlich aus, so dass Schäden an den Blüten nicht zu befürchten sind. Nur in den bekann-ten Kaltluftlöchern der Eifel meldeten z.B. Nettersheim und Olef noch Luftfrost bis zum 21. Mai. Der wärmste Tag des Monats fiel genau in die Eisheiligenzeit (11. Mai): Udenbreth 22,8 Grad, Gemünd 26,3 Grad, Sinzenich 28,2 Grad, Eus-kirchen-Roitzheim 28,3 Grad und Weilerswist 28,4 Grad. Nur ein Sommertag im Wonnemonat Mai war auffallend wenig. Normal wären vier Sommertage und die besten Mai Jahre erreichen 11 Tage über 25 Grad. Dank der häufigen Hochdruckwetterlagen profitierte die Solarenergie im ver-gangenen Monat in den Niederungen mit einem Sonnenscheinüberschuss von gut 10%. Auf den Höhen der Eifel dagegen gab es ein Defizit von 5-15%. Hier einige Werte zu Vergleich: Sinzenich 206 Stunden, Lommersum 203, Net-tersheim 201, Heimbach 194, Schmidtheim 187, Schöneseiffen 175 und Sistig sogar nur 166 Sonnenstunden. In Erinnerung bleibt aber die Trockenheit der letzten Wochen, nicht nur bei den Landwirten. In der Regel fielen nur 40-50% des Langzeitwertes. Am Beispiel von Zülpich wird klar wie gering die gemessenen Summen waren. Hier die fünf trockensten Maimonate seit 1900: 12 l/qm im Jahre 1901, 13 l/qm im Jahre 2015, 14 l/qm im Jahre 1990, 15 l/qm im Jahre 1935, 15 l/qm im Jahre 1939. Weitere Rekordwerte fielen in Mechernich-Glehn (13 l), Füssenich, Sinzenich und Arloff (15 l), Kessenich und Iversheim (16 l) und 17 l/qm in Euskirchen. Im Raum Euskirchen lag der Mai 2015 auf Platz fünf seit 1890 (trockenster Monat hier 8 l/qm im Mai 1918). Auf den Eifelhöhen fiel etwas mehr Niederschlag: Sistig 33 l/qm, Miescheid 32 l und Schmidtheim 31 l. Das einzig kräftige Gewitter des Monats brachte gerade mal 20 schwache Blitze am Pfingstmontag. Gutes Wetter also für alle Versicherungen und das schon seit drei Monaten.
2015-06-06 15:19:16

Aprilwetter 2015

Das typische Aprilwetter blieb auch in diesem Jahr aus. Der April wusste überwiegend doch was er wollte. Er war sehr sonnig und in vielen Teilen des Kreises Euskirchen auch viel zu trocken. Zwischen einem stürmischen Monatsanfang (nur seltene Böen der Stärke 8 am 1.4.) und einem ungemütlichen Ende lagen drei warme, trockene und sonnige Wochen. Damit setzt der April seine ungewöhnliche Schönwetterserie fort. Zum siebten Mal in Folge war es zu trocken und zudem fallen auch noch die fünf sonnigsten Aprilmonate seit Messbeginn auf die letzten neun Jahre. Mit 240 Sonnenstunden im Raum Zülpich und 227 Stunden in Lommersum war es der drittsonnigste seit 1945. Auch die hohe Zahl der Sonnenstunden aus Sistig (238 Std.) zeigt die enorme Abweichung von +57% im Vergleich zum Langzeitmittel. Betrachtet man die Monatsmitteltemperaturen (Lommersum 9,4°; Sistig 7,5° und Miescheid 7,1°) so fällt auf, dass nur die kalten und z.T. frostigen Nachtwerte einen noch wärmeren Monat verhindert haben. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug im Flachland +0,5° und oberhalb von 500 m sogar +1,5°. Wärmster Tag des Monats war der 15.4. mit 26,9° in Weilerswist, 26,6° in Mülheim-Wichterich, 26,4° in Sinzenich und 26,3° in Euskirchen (Gemünd 24,8°). Einen letzten Wintergruß lieferten die ersten sechs Apriltage. Im Raum Udenbreth wurden am 2.4. noch einmal 5 cm Schneedecke gemessen und auch am 28.4. brachte ein Temperatursturz die letzten Schneeflocken des Winters. Die niedrigsten Nachtwerte beobachteten die Wetterstationen am 6./7. April. Hier die kältesten Orte: Houverath -5,0°, Olef -4,8° und Sistig -3,3°. Am Erdboden wurden im oberen Nationalpark -8,7° gemessen. Die große Trockenheit war das eigentlich beherrschende Thema des Monats. Zwischen dem 4. und 24. stieg die Waldbrandgefahr stetig an. Hobbygärtner und Kleingartenbesitzer mussten unentwegt bewässern und für die Pollenallergiker war der Birkenpollenflug fast unerträglich. Die Niederschlagsmengen blieben im Kreisgebiet fast 30% unter den Normwerten und es gab kaum Unterschiede zwischen Eifelhöhen und Bördenlandschaft. Hier einige Summen zum Vergleich: Hollerath 56 l/qm, Gemünd 52 l, Olef und Urfttalsperre 49 l, Houverath 45 l, Sistig 43 l, Mechernich 42 l, Udenbreth und Münstereifel 41 l, Euskirchen 40 l, Iversheim 39 l, Ahrhütte und Palmersheim 36 l, Sinzenich und Lommersum 33 l sowie 32 l in Mülheim-Wichterich. Der Monatsausklang brachte dann für wenige Stunden doch noch typisches Aprilwetter. Kräftige Tiefs mit Schauerwetter verdrängten das Hochdruckwetter.
2015-05-09 13:40:13

Das Märzwetter 2015

Nach einem turbulenten Start verlief der März 2015 im Kreis Euskirchen aufgrund regelmäßig wiederkehrender Hochdrucklagen meist ruhig und sehr sonnig. Frostige Nächte und frühlingshafte Wärme wechselten einander ab und zum Monatsende brachten Stürme vom Atlantik viel Regen und Wind. Damit war der März bei geringen Niederschlägen überdurchschnittlich warm und sehr sonnig. Das Wechselspiel zwischen kalten und warmen Abschnitten führte in den Niederungen zu einer Mitteltemperatur von 6,2 Grad in Lommersum und 5,4 Grad in Mechernich. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug +0,2 bis +0,6 Grad. In den Höhengebieten war die positive Abweichung sogar noch höher, was die Werte aus Sistig zeigen: Mitteltemperatur 4,1 Grad und Abweichung +1,3 Grad. Nach dem mäßig kalten und stürmischen Auftakt brachte zunächst Hoch „Karin“ am ersten Märzwochenende ein Frühlingserwachen. Die Höchstwerte erreichten am 8. auf 500 m 17,6 Grad und in den Niederungen bis 20 Grad (Harzheim 20,2° und Glehn 20,1°). Die tiefsten Werte des Monats wurden in den klaren Nächten des 12. und 13. März gemessen: -7 Grad in Houverath und Olef, -5 Grad in Gemünd und ansonsten verbreitet -2 bis -3 Grad. Zum Monatsanfang gab es noch einmal eine satte Schneedecke von bis zu 25 cm (Udenbreth) oberhalb von 600 bis 650 m. Wegen des häufig sonnigen Hochdruckwetters blieb es im größten Teil des Monats trocken. Bis zum 28.3. waren noch nicht einmal 50% des üblichen Regens gefallen. Dann aber brachten Sturmtiefs die Bäche bis an den Rand des Fassungsvermögens. Am 29.3. fielen in den Höhengebieten 30-35 l/qm. Zum Monatsende waren die Bilanzen des Niederschlags dann ausgeglichen. Zwischen Mülheim-Wichterich, Euskirchen und Zülpich-Füssenich, also im Eifelschatten gab es die geringsten Mengen mit 25-30 l/qm (75% des Mittels). In Mechernich waren es bereits 62 l/qm, in Gemünd 78 l (112% des Mittels), in Schleiden-Olef 91 und in Schöneseiffen 101 l/qm. Vor allem die Gewitter vom 2. und 31. März verteilten die Regensummen ungleichmäßig. In Sachen Sonnenschein zeigte sich der erste Frühlingsmonat recht großzügig. Im Kreisgebiet gab es 25% mehr Sonnenschein als im Langzeitwert. In Schöneseiffen waren es 139 Stunden, in Sinzenich 137, in Sistig 135 und in Lommersum 127. Der März endete in der Karwoche noch einmal winterlich kalt und sehr stürmisch. Böen der Stärke 10-12 wurden am 31.3. im Orkanwirbel "Niklas" in den Höhengebieten gemessen und selbst im Flachland waren es bis 94 km (Windstärke 10). Nach den Schneefällen in den lagen oberhalb von 300 m zum Ende der Karwoche wurden die Ostertage sonniger aber insgesamt zu kalt. Die zweite Osterferienwoche bringt den Frühling zurück in unsere Region, sogar 20 Grad sind zum kommenden Wochenende möglich.
2015-04-05 13:48:11

Das Februarwetter 2015

Obwohl der Februar 2015 etwas zu kühl war (Zülpich 2,5° im Durchschnitt), blieb die Wintermitteltemperatur 0,5 Grad über dem 30-jährigen Mittel, das zei-gen die Temperaturen zwischen Weilerswist, Euskirchen und Zülpich. Selbst auf 500 m Eifelhöhe meldete Sistig ein Februarmittel von +0,1 Grad und damit eine leicht positive Abweichung der drei Wintermonate. Zwischen Baasem-Berk auf 560 m und Udenbreth-Miescheid auf 650 m sank das Februarmittel auf -0,3 bis -0,6° und der Winter entsprach dem Langzeitwert 1981-2010. Also eine deutliche Differenzierung mit der Höhenlage. Die höchsten Temperaturen des Monats wurden am 14.2. gemessen mit knapp 11 Grad. Die niedrigsten Werte schafften die Eifeltäler mit einer Schneedecke am 7. Februar: Sistig -10,3 Grad (Boden -18,4), Schleiden-Olef -11,8 Grad (Boden -13,0) und Nettersheim -13,8 Grad (Boden -19,2). Im Dreieck Weilers-wist-Flamersheim-Zülpich überlebten aus in diesem Winter die Oleander und Olivenbäume auf den Terrassen bei nur -6 bis -7 Grad. Die Nächte unter -10 Grad werden immer seltener. Gute Parameter für die größere Kälte auf den Eifelhöhen sind auch die Unter-schiede bei den Frost- und Eistagen, sowie die maximalen Schneehöhen: - Udenbreth 26 Frosttage, 7 Eistage mit Dauerfrost und max. 35 cm am 2.; - Sistig 23 Frosttage, 5 Eistage und max. 19 cm am 3.; - Gemünd 21 Frosttage, 1 Eistag und max. 7 cm am 2.; - Lommersum 14 Frosttage, 1 Eistag und max. 1 cm am 4. Februar. Die Wintersportbedingungen waren in diesem Jahr in den höchsten Lagen deut-lich besser als in den vergangenen Jahren, vor allem in der ersten Februarhälfte. Anders als im Dezember und Januar gab es im Februar häufige Hochdrucklagen und ruhige, sonnige Witterungsperioden. Im Mittel schien die Sonne daher im Kreisgebiet gut 15-20% länger als im Mittel 1981-2010. Hier einige Summen zum Abgleich mit ihren Solaranlagen: Sinzenich 112 Stunden, Lommersum 107, Schöneseiffen 90, Sistig 87, Nettersheim 85, Heimbach 80 sowie Schmidtheim und Marmagen 77 Stunden. Herausragendes Wetterelement war im vergangenen Monat aber der extrem niedrige Niederschlag. Seit 2003 war kein Februarmonat so trocken wie in die-sem Jahr, vor allem in den Höhengebieten des Südkreises (Abweichung 30-80%). Mehr als 50 l/qm meldeten nur Palmersheim (54 l), Houverath (58 l) und Blan-kenheim (93 l). Die größten Abweichungen gab es in Schöneseiffen mit 25 l/qm (29%), Schmidtheim mit 28 l/qm (42%) und in Ahrhütte mit 32 l/qm (54%). Ansonsten schwankten die Abweichung zwischen 55 und 85% und nur 35 bis 50 l/qm. Inzwischen blühen Krokusse und Schneeglöckchen und die Pollen der Hasel-nuss und der Erle fliegen genauso wie die Kraniche eindeutig in Richtung Früh-ling. Am ersten Märzwochenende gab es wie im Vorjahr erstmals Temperaturen um 20 Grad (9.3.2014 Lommersum 21,1 Grad). In den Prognosekarten ist bis zum Frühlingsanfang (20.3.) kein Rückfall ins Winterwetter zu erkennen.
2015-03-07 11:33:09

Das Januarwetter 2015

Mit mildem, nassem und trübem Winterwetter sind wir in das Jahr 2015 gestar-tet. Es gab kein Winterwetter wie man es sich vorstellt, aber immerhin deutlich mehr Kälte als im Vorjahr. Die Mitteltemperaturen von 3,4 Grad in Lommersum und 1,0 Grad in Sistig la-gen um 0,9 bzw. 0,5 Grad über den Mittelwerten von 1981-2010. Damit war der Januar 2015 der fünfte zu warme Monat in Folge und zwar in allen Höhenlagen. Oft genug musste das Winterwetter einer ganzen Serie von Stürmen und Orka-nen weichen. In den Niederungen wurden fünf Tage mit Windstärke 8 gemessen auf den Bergen oberhalb von 600 m sogar zehn Tage. Am 10. Januar tobte Or-kan „Felix“ sogar mit 90-102 km/h über das Höhengebiet des Nationalparks (auch Deponie Mechernich 93 km/h). Statt Schnee und Eis brachte dieser Orkan extreme Wärme von den Kanarischen Inseln direkt in die Eifelregion. Erstmals seit Messbeginn wurde im Januar in Deutschland (Oberbayern) die 20 –Grad-Marke geknackt. Euskirchen meldete 15 Grad, Gemünd 13 und Schöneseiffen immerhin noch 10,5 Grad. In der Zül-picher Börde war es der zweitwärmste Januartag –hinter dem 5.1.1999 mit 16,4 Grad – seit Beginn der Beobachtungen 1937. Erst zum Monatsende wurde es deutlich kühler und auf den Bergen auch winterlicher. Wie schon im Dezember machte sich die Sonne auch im Januar häufig rar. Die Abweichung lag verbreitet bei minus zehn Prozent. Hier die Summen aus dem Kreisgebiet: Sinzenich 69 Stunden, Lommersum 63, Sistig u. Schöneseiffen 46, Nettersheim 45 und Schmidtheim 41 Stunden. Beim Niederschlag liegen die meisten Stationen deutlich (30-50%) über den langjährigen Mitteln. Die trockensten Stationen in den Niederungen meldeten 49 (Füssenich) bis 75 l/qm (Eicherscheid). Zwischen Gemünd und Schleiden gab es für die geringe Höhe von 350 m enorm hohe Niederschläge von 110 l/qm, z.B. in Malsbenden und Olef (Kermeter nur 93 l). Die Höhengebiete wurden von Udenbreth mit 176 l, Hollerath 112 l und Schöneseiffen 106 l/qm angeführt. Auch wenn die Kaltfronten mit ihren sonst üblichen großen Schneemengen in diesem Jahr fehlten, so gab es am 28.01. doch ein Ereignis mit folgenreicher Wirkung. Ein heftiges Gewitter zog abends gegen 19 Uhr von Norden gegen die Eifel. Im Raum Mechernich wurde sogar ein Transformator von den Bodenblit-zen außer Gefecht gesetzt und einige Überspannungsschäden waren die Folge. Oberhalb von 600 m Seehöhe war das Winterwetter im abgelaufenen Monat deutlich härter als in den letzten Jahren. An 19 Tagen lag in Udenbreth eine Schneedecke (maximal 44 cm am 30.). Sogar in den Niederungen lag am 25.1. Schneedecken von 2-5 cm.
2015-02-08 16:05:50

Dezemberwetter 2014 und das Jahr 2014 im Kreis Euskirchen

Trotz der Schneefälle am Monatsende setzte auch im Dezember die Reihe der viel zu warmen Monate im Jahr 2014 fort. Die Durchschnittswerte der Temperatur lag im Raum Zülpich mit einer Abweichung von +0,9 Grad deutlich über dem dreißigjährigen Mittel (1981-2010). Auch in der Eifel meldete Sistig (auf 520 m) eine positive Abweichung von +0,8 Grad und Lommersum in der Osthälfte des Kreises +0,6 Grad. In der Summe aller Monate war 2014 sowohl im Raum Euskirchen/Weilerswist als auch in Sistig und den Höhengebieten das wärmste Jahr seit Beginn der Beobachtungen (Schneifelforsthaus 1889, Euskirchen und Sistig seit 1937). Betrachten wir den Verlauf des Monats etwas genauer, so rücken folgende Extreme oder Ereignisse in den Mittelpunkt. Am 2./3. Dezember gab der Winter ein erstes kurzes Gastspiel mit einer dünnen Schneedecke bis ins Flachland. Die erste rodelfähige Schneedecke fiel aber erst am 8./9. Dezember (10 cm in Udenbreth). Danach regierten Sturm und sehr milde Temperaturen das Geschehen bis über Weihnachten. In den letzten vier Tagen des Jahres blieb der Schnee oberhalb von 300 m liegen, war aber mit 12-16 cm nur bedingt tauglich für den Wintersport. Am Sonntag nach Weihnachten (28.) konnte man bei 2 - 4 cm sogar im Flachland die erste Schneedecke seit März 2013 genießen. Die niedrigsten Temperaturen des Jahres 2014 wurden allesamt nach Weihnachten über der dünnen Schneedecke gemessen: -7,0° in Sinzenich (Boden -9,1°), -10,5 Grad in Harzheim, Schleiden-Olef -11,4° (Boden -13,3°) und Nettersheim -12,0° (Boden -19,1°). Die höchsten Werte wurden am 18.12. mit 13,9° im Raum Sinzenich gemessen (Euskirchen 13,6°). Gerademal neun Frosttage in den Niederungen waren kein besonderes Aushängeschild für einen Winterauftakt (im Mittel 13 Frosttage). Oberhalb von 500 m dagegen entsprachen die 17 Frostnächte rund um Sistig und Blankenheim den Erwartungen der Statistik (Blankenheim sogar 22 Frosttage). Alle Besitzer einer Solaranlage werden die extrem trübe Witterung des Dezembers auf den Ergebnislisten des Monats gesehen haben. Nur 40% des üblichen Sonnenscheins wurde in allen Höhenlagen von den Instrumenten abgelesen: Schmidtheim 13 Stunden, Tallage Heimbach 14, Schöneseiffen Windpark 15, Nettersheim Naturzentrum 16, Sistig 19, Lommersum 27 und Sinzenich 31 Stunden. In den letzten 25 Jahren war nur der Dez. 2010 noch sonnenscheinärmer (18 Stunden z.B. in Sinzenich). In der Jahressumme 2014 zeigen sich große Unterschiede zwischen Stau- und Leeseite der Eifel. Im Raum Zülpich schien die Sonne zum Jahr der Landesgartenschau besonders häufig (1748 Stunden und ein Plus von 5%). In Schöneseiffen waren es 1684 Stunden und in Sistig gerade mal 1510 Stunden (hier ein leichtes Minus von 2%). Häufige Sturmwetterlagen aus westlichen Richtungen brachten min. ein Dutzend Tage mit Böen der Stärke 8-9. In den letzten 35 Jahren gab es außer 1999 (4,4 m/s in Sinzenich) keinen so windigen Dezember (jetzt im Mittel 3,6 m/s). Die folgenden max. Böen des Monats sorgten in den Versicherungsagenturen wieder für rege Tätigkeit: Nettersheim 72 km/h, Sinzenich u. Schmidtheim 78 km, Sistig 82 km und Windpark Schöneseiffen 83 km. Zum Abschluss ein Blick auf die sehr unterschiedlichen Regensummen. Durch zahlreiche Sturmtiefs aus Westen erhielt die Stauseite der Eifel zwischen der Oleftalsperre, Udenbreth und Blankenheim große Regensummen, im Eifelschatten dagegen -wie üblich- die geringsten Mengen. Die Abweichungen lagen verbreitet bei einem Überschuss von 20-30% im Vergleich zu den Langzeitwerten. Hier die jeweils fünf trockensten und feuchtesten Extreme des Niederschlags: - Udenbreth 198 l/qm, Hollerath 128 l, Schöneseiffen 124 l, Miescheid 110 l und Blankenheim mit Olef 106 l; - Lommersum 45 l, Zülpich 53, Kessenich 56 l, Mülheim-Wichterich 57 l und 59 l/qm in Weilerswist Metternich. Zwischen Lommersum, Zülpich, Sistig, Gemünd und Udenbreth zählten die Regenmesser 2014 folgende Jahresniederschlagssummen: Lommersum 617 l/qm (-1% Abweichung), Sinzenich 654 l (+12%), Sistig 698 l (-19%), Gemünd 807 l (+3%) und Udenbreth 1082 l/qm (-8%).
2015-01-17 09:34:41

Das Novemberwetter 2014

Am 30.11. ging der zweitwärmste Herbst (Sept./Okt./Nov.) der vergangenen 185 Jahre in der Eifel- und Voreifelregion zu Ende. Nur im Herbst 2006 war es noch gut ein Grad wärmer, was folgende Zahlen aus Lommersum zeigen: Herbstmitteltemperatur 2006 13,7 Grad und jetzt 12,4 Grad. Der Trend der langjährigen Herbsttemperaturen geht eindeutig nach oben. Die ungewöhnlich milde Witterung der Vormonate wurde auch im November fortge-setzt. Im Vergleich zu den Werten seit 1937 liegt der November 2014 in Sistig mit 6,6 Grad auf Platz sechs und in Lommersum mit 8,1 Grad auf Platz zehn. Gleich zum Monatsanfang gab es im Rheinland den sogenannten „Allerheilgensom-mer“ mit zahlreichen Temperaturrekorden. Die höchsten Temperaturen wurden bei leichtem Eifelföhn zu Allerheiligen zwischen Heimbach (23,1°), Vlatten (23,5°), Füssenich (23,1°) und Sinzenich (22,8°) gemessen. Erst zum Monatsende am 25. gab es die ersten Herbstfröste von -2 Grad im Flachland und bis -4,4 Grad in Nettersheim. Im Raum Euskirchen kam der erste Luftfrost gut 24 Tage zu spät. Am Erdboden meldete das Naturschutzzentrum im Urfttal sogar -7 Grad. Schneefälle waren im ganzen Herbst in der Eifelregion nicht zu beobachten. Den letzten winterlichen November gab es 1993 bis herunter nach Euskirchen. Bei der Sonnenscheindauer lagen die Werte verbreitet im Normalbereich, nur örtlich gab es bis zu 10% Überschuss. Hier die Sonnenscheinstunden aus dem Kreisgebiet: Schöneseiffen 92 Stunden (Föhnwetterlagen), Sinzenich 90 Stunden, Lommersum 83, Sistig 79, Heimbach 69 und Schmidtheim nur 52 Stunden durch den häufigen Wolkenstau bei Südwetterlagen. Auch die Versicherungen erlebten den November 2014 als windschwachen und unwetterfreien Herbstmonat. Windstärke acht wurde nur örtlich oberhalb von 400 m Seehöhe am 3.11. notiert. Schauen wir zum Abschluss noch auf die mageren Niederschläge. Häufiger Hoch-druck und Föhnwetterlagen ließen die Monatssummen um 15-20% sinken. Für die Landwirte eine ideale Witterung bei der Mais- und Rübenernte. Alle Wetterstationen lagen mit ihren Summen zwischen 30 und 50 l/qm. Besonders trocken waren Ivers-heim (34), Metternich (33), Kessenich (32), Kirspenich (32) und Glehn (29 l/qm). Der meiste Regen fiel mit 57 l/qm in Udenbreth. Auch wenn es jetzt Anfang Dezember etwas kälter geworden ist, so zeigen die Wetterkarten vom zweiten Advent noch mildes Wetter bis min. zum vierten Advent. Zwar fallen hin und wieder ein paar Schneeflocken oder es friert leicht, aber ein großer Wintereinbruch ist nicht zu erkennen. Mehr Schnee soll allerdings auf den Bergen oberhalb von 600 m fallen, leider immer wieder von Tauperioden unterbrochen.
2014-12-14 08:19:19

Das Oktoberwetter 2014

Mit einer Mitteltemperatur von 13,2 Grad im Raum Euskirchen und Zülpich sowie 11,2 Grad in Kall-Sistig war der Oktober gut 2,6 Grad zu warm. Nur drei Oktobermonate erreichten eine noch höhere Mitteltemperatur in Euskirchen: 1995 mit 13,9°; 2006 mit 14,2° und 2001 mit 14,5 Grad. Ein eindeutiger Trend in den letzten 20 Jahren zu immer wärmeren Oktoberwerten. Der Oktober begann mit Hochdruckeinfluss und Altweibersommerwetter. An acht Tagen wurde im Flachland die 20° Grenze überschritten, wobei der wärmste Tag am 19.10. gemessen wurde. In Weilerswist Metternich wurde mit 25,2 Grad noch einmal ein Sommertag registriert und Euskirchen meldete 24,6 Grad sowie Sinzenich 24,4 Grad. Luftfrost dagegen trat noch an keiner Station auf. Am Erdboden wurden gerade mal harmlose -1 Grad aus Nettersheim gemeldet. Nur Ex-Hurrikan Gonzalo unterbrach am 21. Oktober die eingefahrene Wetterlage mit Sturm und Starkregen. Böen bis 80 km/h wurden in der Eifel gemessen und an der Nordsee gab es eine Sturmflut. Auch die Sonnenscheinsummen lagen meist knapp über den Langzeitwerten (+10%): Zülpich 139 Stunden, Lommersum 128, Nettersheim 121, Dreiborn 120, Sistig 116 und Schmidtheim 111 Stunden. Damit lag die Voreifel in unmittelbarer Nähe des Deutschlandrekordes von 150 Stunden in Garmisch-Partenkirchen. Abschließend einige Bemerkungen zu den recht einheitlich niedrigen Monatssummen des Niederschlags. In allen Höhenlagen wurden 40-60 l/qm gemessen. Nur in der Südeifel von Udenbreth bis Blankenheim waren die Summen aufgrund des ständigen Südstaus der Wolken erhöht mit 70-100 l/qm (Udenbreth 102 l). Das frühlingshafte Wetter hält noch bis Mitte November an und auch danach bleiben die Tageshöchstwerde bis zum 1. Advent bei 6-8 Grad. Im ersten Monatsdrittel war der November schon wieder vier Grad zu warm.
2014-11-11 06:23:59

Das Septemberwetter 2014

Nach einem nassen Sommer wurde die Niederschlagsbilanz im September wieder etwas ausgeglichen. Insgesamt gab es drei warme Abschnitte und nur zwei kurze kühle Phasen. Die Monatsmitteltemperatur erreichte dabei 15,5 Grad in Zülpich und 15,8 Grad in Lommersum, auf den Bergen lag das Mittel bei 13 Grad. Die positive Abweichung vom Langzeitmittel betrug +0,8 bis +1,2 Grad. Damit zählte dieser September zu den zehn wärmsten der letzten 30 Jahre. Die höchsten Temperaturen wurden in der schwülwarmen Gewitterluft vom 18. bis 20. September gemessen: Weilerswist-Metternich und Mülheim-Wichterich 27,0 Grad, Lommersum 25,9 und Sinzenich 25,6 Grad. In den Niederungen wurden noch 3-4 Sommertage erreicht, oberhalb von 400 m Seehöhe aber keine mehr. Auch erste schwache Bodenfröste bis -2 Grad wurden in den Eifeltälern von Olef bis Nettersheim gemessen. Die Sonnenscheindauer lag im Kreis Euskirchen meist 10% unter den Mittelwerten. Besonders sonnig war es bei häufigen Ostwinden auf den Höhen rund um Blankenheim und Schmidtheim mit 153 Stunden (10% über dem Mittelwert). Die übrigen Summen hier zum Vergleich: Sistig 120, Weilerswist und Schöneseiffen 142 und in Sinzenich 148 Stunden. Gerade im Monat September können große Unterschiede in der Sonnenscheindauer auftreten, das beweisen folgende Summen aus Euskirchen: 1959 schien die Sonne 255 Stunden lang und 2001 gerade mal 71 Stunden. Sturmtiefs traten im vergangenen Monat nicht auf und auch Gewitter waren sehr selten. Vom 18. bis 20.9. gab es eine anhaltende Schwüle und als Folge einige Gewitter (vor allem am 20. nachmittags und abends). Zwischen Heimerzheim und Rheinbach und an Erft gab es kräftige Schauer von bis zu 46 l/qm. Am 6.9. regnete es in Eicherscheid abends fast 24 l/qm in nur 45 Minuten. Schauen wir zum Abschluss auf die teilweise dürftigen Regensummen des Monats. In der Summe aller Stationen fiel der Niederschlag fast 25% geringer aus, aber mit regionalen Unterschieden: Füssenich und Enzen 26 l; Ahrhütte 28 l; Sinzenich und Euskirchen 29 l (58 %); Iversheim und Schmidtheim 35 l (48 %); Lommersum und Blankenheim 37 l (77 %); Kall 41 l (66 %); Olef 47 l; Palmersheim 48 l; Sistig und Miescheid 50 l (83 %); Bad Münstereifel und Gemünd 51 l (85 %); Schöneseiffen 51 l (62 %) und Eicherscheid 64 l/qm.
2014-10-08 07:53:14

Das Augustwetter 2014

Ein von der Temperatur und dem Sonnenschein ausgeglichener, schwülwarmer Gewittersommer ist im August kühl zu Ende gegangen. In Erinnerung bleiben die heftigen Unwetter an den Pfingsttagen und die anhaltenden Niederschläge in allen drei Sommermonaten. Vor allem die Voreifel war von extrem hohen Summen betroffen, zwei Beispiele möchte ich hervorheben. Im Jahr der Landesgartenschau regnete es in Zülpich 393 l/qm. Es ist die höchste Sommersumme seit der Gründung im Jahre 1900. In Bad Münstereifel war es der zweitnasseste Sommer seit 1891 mit 368 l/qm hinter dem Sommer 1948 mit 421 l/qm. Auch an der Steinbachtalsperre gab es einen neuen Rekord mit 402 l/qm in drei Monaten. Aber zurück zur meteorologischen Beurteilung des August 2014. Nach einem schwülwarmen Start folgten zum Leidwesen der Eifelurlauber drei kühle Wochen mit viel Regen. Nur vier Sommertage über 25 Grad wurden bis zum 9. August registriert. In den letzten 35 Jahren hatte nur der August 2006 nach der Fußball WM noch weniger Sommertage (2). Oberhalb von 600 m gab es gar keine 25° Werte. Die Spitzentemperaturen blieben während der Hundstage diesmal mit 29° rund um Euskirchen sehr mild. Der August war der erste zu kalte Monat in diesem bisher außerordentlich warmen Jahr. Die negative Abweichung betrug in Zülpich -1,5° und in Sistig -0,9 Grad. Dieser August zählte zu den 10 kältesten seit 1945. Bei der Sonnenscheindauer war die Bilanz ebenfalls mager, es fehlte das stabile Sommerhoch. Manche Tage blieben grau in grau und zusätzlich reichlich nass. Verbreitet wurden nur 75% der üblichen Sonnenstunden aufsummiert: Heimbach 133 Stunden, Sistig 144, Sinzenich 171, Schöneseiffen 173 und Nettersheim sogar 185 Stunden. Da der August sehr negativ mit vielen Gewittern und wiederholten Starkregenfällen „glänzte“, fielen die Monatssummen vor allem in der Voreifel deutlich überdurch-schnittlich aus. Meist fielen 120 bis 140 l/qm zwischen Füssenich und Flamersheim, also die zweieinhalbfache Monatssumme. Von Udenbreth über Nettersheim bis Sistig waren es „nur“ 90 bis 110 l/qm. Ganz aus der Rolle fielen die 181 l/qm aus dem Raum Schöneseiffen. Der höchste 24 Stunden Niederschlag wurde aus dem Zülpicher Stadtgebiet gemeldet mit 53,8 l/qm am 26. des Monats. Innerhalb von 30 Stunden fielen am 25./26. bis zu 71 l/qm rund um Sinzenich. Nach diesen überdurchschnittlichen sommerlichen Regenfällen ist damit zu rechnen, dass der Herbst die Bilanz mit Trockenheit wieder ausgleicht. Der Start in den September konnte jedenfalls gefallen.
2014-09-10 16:31:49

Das Juliwetter 2014

Vielleicht erinnern sie sich noch an den nassen Sommer 2007? Damals regnete es schon richtig viel, doch der Sommer 2014 toppt bisher alle Niederschlagsrekorde. Vor allem der Juli war von mehreren Starkregenereignissen geprägt, in schwülwarmer Sommerluft konnten sich immer wieder kräftige Schauer und Gewitterzellen bilden, die dann innerhalb kürzester Zeit enorme Niederschlagsmengen lieferten. Beginnen möchte ich meinen Rückblick aber mit den Durchschnittstemperaturen des Monats Juli. Die beiden ältesten Wetterstationen des Kreises Euskirchen wiesen eine positive Abweichung von +1,3 Grad im Raum Euskirchen/Lommersum und +0,6 Grad in Kall-Sistig auf, also keine besonders hohen Werte im Vergleich zum Mittelwert 1981-2010. Die maximalen Temperaturen des Monats wurden am 18. und 19. des Monats gemessen, meist waren es 32-34 Grad, wobei die absoluten Spitzenwerte im Großraum Euskirchen mit 35,0 Grad auftraten. Insgesamt gab es 16 Sommertage über 25 Grad und damit einen leichten Überhang von 3 Tagen laut Statistik. Die Sonnenscheinbilanz des Monats war fast ausgeglichen. Während auf Rügen und an der Ostsee 340 Sonnenstunden gezählt wurden, waren es in unserer Eifelregion deutlich weniger. Es gab ein leichtes Gefälle von der Südeifel in den Nordkreis: 218 Stunden in Schöneseiffen und Dreiborn, 212 Stunden in Schmidtheim, 211 Stunden in Lommersum, 209 Stunden in Zülpich und 195 Stunden in Sistig. Gewittertiefs und Dauerregen haben den Juli 2014 zu einem der nassesten Sommer-monate seit Beginn der Aufzeichnungen gemacht. Es wurde die zwei- bis dreifache Monatsmenge aus den Regenmessern geleert, meist fielen 140 bis 180 l/qm. Die maximalen Summen gab es an folgenden Orten (dahinter die Juli-Rekorde bei den älteren Stationen): Steinbachtalsperre 242 l/qm; Rekord seit Stationsgründung 1966 Eicherscheid Staubecken 221 l/qm; neuer Stationsrekord Udenbreth 215 l/qm; Rekord seit 1980, damals 275 l/qm Ortslage Eicherscheid 212 l/qm; Kermeter (Wilder Pfad) 208 l/qm; Zingsheim 201 l/qm; Rekord seit Gründung 1969; Blankenheim 197 l/qm; Rekord seit Gründung 1935; Bad Münstereifel 196 l/qm; Juli-Rekord seit Gründung 1892 (nur übertroffen vom Aug. 1948 mit 251 l und Aug. 1969 mit 218 l/qm); Arloff und Iversheim 193 l/qm; Rekord seit Gründung 1967; Schöneseiffen 185 l/qm; Rekord seit 1980 damals230 l; Sistig 152 l/qm; Rekord seit 1980 damals166 l; Euskirchen 148 l/qm; Rekord seit Juli 1896 (damals 168 l). Mit 72,5 l/qm in nur 5 Stunden meldete die Steinbachtalsperre in der Nacht vom 29. zum 30. die höchsten Summen. Es folgte Eicherscheid mit 62 l/qm. Als Folge dieser gewittrigen Niederschläge im Dreieck Steinbachtalsperre, Arloffer Berg und Eicher-scheid gab es großflächige Überschwemmungen in Münstereifel und Arloff. Auch am 8. und 9. Juli fielen in 48 Stunden große Regenmengen. Diesmal gab es zwischen Metternich und Köttingen 73 bis 93 l/qm.
2014-08-09 09:57:08

Das Juniwetter 2014

Ohne die Hitze und Unwetterlage der Pfingsttage würden wir den Juni 2014 rasch wieder vergessen. Die Monatsmitteltemperaturen (Lommersum und Zülpich 16,3 Grad) wurden nach der Pfingst-Hitzewelle in der zweiten, kühlen Hälfte ausgeglichen. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel betrug in Euskirchen etwas unterkühlte -0,1 Grad. In den höheren Lagen war der Juni etwas wärmer, das zeigen z.B. die Daten aus Sistig (Mitteltemperatur 14,0 Grad und Abweichung +0,7 Grad). Neben den üblichen schwachen Bodenfrösten (meist zur Schafskälte am Monatsende), die immer wieder in klaren Juninächten in den hochgelegenen Tälern der Eifel registriert werden (Schmidtheim -2,2 Grad am 6. Juni), bleiben wahrscheinlich nur die schwülheißen Tage zu Pfingsten im Gedächtnis. Die meisten Stationen in den Niederungen schafften 31-32 Grad und oberhalb von 500 m Seehöhe 28-29 Grad. Zwischen Mülheim-Wichterich und Metternich waren es 33 Grad und im Euskirchener Stadtgebiet sogar 34,4 Grad (Roitzheim). Damit wurde der bisherige Rekord des ersten Junidrittels in Euskirchen übertroffen (7.6.1996 mit 33,5 Grad). Die Station Sistig erreichte damals 30,0 Grad und jetzt 29,7 Grad, also ebenfalls nah am Rekord. Nur vom 6. bis 10. Juni stiegen die Maxima über die 25 Grad Marke, das war deutlich zu wenig. Im Juni 2003 waren es 21 Sommertage. Auch die Sonnenscheinsummen zeigten einen deutlichen Unterschied zwischen den Niederungen und der Nordeifel. Häufig zogen die Gewitter über den Nationalpark hinweg entlang dem Rurtal und die Südeifel blieb trocken. Die Sonnenausbeute in der Börde erreichte in Zülpich 201 Stunde, in Lommersum 227 Stunden und auf den Bergen bis zu 233 Stunden in Dahlem und Schmidtheim (Sistig 189 Stunden, Schöneseiffen 224 Stunden). Schuld an dieser untypischen Verteilung waren auch die häufigen Nordwestwetterlagen mit Stau der Wolken an der Eifelnordseite. Trotz der örtlichen, gewittrigen Starkregenfälle zu Pfingsten gab es große Unterschiede in der monatlichen Regensummenbilanz im Kreisgebiet. Da die Gewitter die südlichen Gebiete kaum berührten, meldeten Stationen wie z.B. Ahrhütte nur 19 l/qm (30% des Normalregens) und Sistig 42 l/qm (60%). Mehr als 68 l/qm fielen in den Orten mit starken Gewittergüssen (Udenbreth 68 l, Palmersheim 70 l, Metternich 70 l, Mülheim 71 l). Die höchsten Tagessummen (vom 9.6.) wurden aus Udenbreth (33,4 l) und Palmersheim (26 l) gemeldet. Die meisten Leser werden sich noch an die unglaubliche Wolkenstruktur vom Pfingstmontag erinnern. Hagelwaben oder Mammatuswolken gingen dem abendli-chen Gewittersturm voraus. In Verbindung mit orkanartigen Fallwinden (115 km/h in Schöneseiffen am Windpark) überquerte uns anschließend der Gewitterkern. Die Hagelkörner erreichten 1-2 cm. Im Vergleich zum Ruhrgebiet kam unsere Region noch glimpflich davon. Das war um die Mittagszeit in der Region Zülpich ganz anders. Gegen 12:45 Uhr bildete sich zwischen Wollersheim, Bürvenich und Zülpich eine Super-Gewitterzelle von 14 km Höhe. Mit Sturmstärke 8-9 jagte gegen 13 Uhr das Gewitter von West nach Ost über die nördlichen Teile der Gemeinde Zülpich hinweg. Während man in Sinzenich und Ülpenich bei wenigen Tropfen auf der Terrasse sitzen konnte, tobte von Juntersdorf, über Füssenich, Bessenich und Sievernich ein Hagelunwetter. Geschosse bis 5 cm Größe wurden gemessen und als Folge wurden Dächer zerschlagen und hunderte Autos zerbeult. Während die LAGA am Zülpicher See mit einem blauen Auge davon kam, traf es in Geich die Firma Wallenius Wilhelmsen gleich mit 10.000 zerbeulten Autos. Ob der Sommer 2014 im Juli und August noch überdurchschnittlich wird, zeigen die Tage vom 6. bis 10. Juli. Erste Prognosen deuten eher auf einen normalen Sommer hin und so beginnt die erste Sommerferienwoche für die Schüler mit einer kühlen und verregneten Phase.
2014-07-10 16:44:20

Das Maiwetter 2014

Trotz des wechselhaften Maimonats war das Frühjahr 2014 insgesamt extrem warm. In allen Ortschaften zwischen Kommern und Weilerswist wurde die viertwärmste Frühlingsmitteltemperatur (11,2 Grad vom 1. März bis 31. Mai) seit 1900 errechnet. Nur unwesentlich wärmer war es im Frühling 2000 und 2011 mit 11,3 Grad und 2007 mit 11,6 Grad. Nach dem total verregneten, trüben und kalten Frühjahr 2013 war der Lenz 2014 kaum wieder zu erkennen. Schauen wir uns den letzten Frühlingsmonat mal genauer an. Zum ersten Mal seit November 2013 war die Monatsmitteltemperatur (Zülpich und Lommersum 13,2 Grad) wieder kühler als der langjährige Mittelwert (-0,3 Grad). Bis zu den Eisheiligen war es noch recht frisch, Sturmtiefs brachten Windstärke 8-9 (vom 8. bis 11. Mai) und nachts gab es in den Tallagen auch noch Luft- oder Bodenfrost, je nach Höhenlage. Am 4. Mai wurden die niedrigsten Werte in folgenden Ortschaften registriert: Schleiden-Olef -2,7 Grad Luftfrost (am Boden -3,6 Grad) und Nettersheim -2,5 (am Boden -4,7 Grad). Luftfrost gab es auch in Harzheim (-2,1 Grad), Gemünd (-1,0 Grad) und in Sistig (-0,5 Grad). Vor Bodenfrost mussten aber alle Pflanzen – vor allem die Erdbeerblüten - bis herunter nach Lommersum (-1,2 Grad) geschützt werden. Erst nach der Monatsmitte stiegen die Temperaturen kurzzeitig auf sommerliche Werte von 25-29 Grad (19. bis 22. Mai). Der höchste Wert des Monats kommt aus dem Raum Euskirchen (Roitzheim 30,4 Grad), der niedrigste aus Udenbreth mit 21,8 Grad. Der Wonnemonat Mai konnte - wie schon der April – die Sonnenscheindauer des März nicht übertreffen. Die negative Abweichung vom Langzeitmittel betrug allerdings nur 5-10%. Folgende Summen wurden gemeldet: Lommersum 195 Stunden, Schmidtheim 190, Schöneseiffen 189, Zülpich 187, Sistig 173 und in der Tallage Heimbach 152 Stunden. Nach einem sehr trockenen März und April konnte der Mai die Wünsche vieler Landwirte und Hobbygärtner nach ausreichend Regen erfüllen. Unwetter oder starke Gewitter blieben aus. Am 6. Mai brachten Gewitter die größten Tagessummen örtlich über 24 l/qm: Oleftalsperre 38 l, Schöneseiffen 36 l, Gemünd 31 l, Udenbreth 27 l und Malsbenden sowie Dahlem 24 l/qm. Die Monatssummen waren in allen Höhenlagen überdurchschnittlich. Nur wenige Ortschaften lagen unter 60 l/qm, wie z.B. Lommersum (56 l), Ahrhütte (55 l), Mülheim-Wichterich 54 l, Füssenich 53 l und Enzen mit 48 l/qm. Oberhalb von 400 m Seehöhe stiegen die Summen auf 71 l (Sistig) bis 97 l am Windpark Schöneseiffen.
2014-06-12 08:20:00

Das Aprilwetter 2014

Was ist nur los mit den Aprilmonaten. In den letzten sieben Jahren wurden die vier wärmsten Temperaturmittel der letzten 150 Jahre gemessen. Der gerade zu Ende gegangene April lag mit einer Durchschnittstemperatur von 12,0 Grad in Euskirchen und Lommersum auf Platz vier. Die Abweichung betrug fast +3,0 Grad. Noch etwas wärmer waren nur 2007, 2009 und 2011. Die Tendenz der letzten Monate setzte sich fort: viel zu trocken und außergewöhnlich warm. Südwind brachte zum Monatsbeginn und im letzten Monatsdrittel frühsommerliche Temperaturen und sogar Saharastaub. Hier die Spitzenwerte vom 25. des Monats: Füssenich und Euskirchen 25,4 Grad, Mülheim-Wichterich 25,2 und Lommersum 24,2 Grad. Auch in den Höhenlagen von Schöneseiffen bis Nettersheim wurden noch 20 Grad erreicht. Etwas kühler war der April nur zur Monatsmitte (13.-18.). Die einzigen Frostwerte in allen Höhenlagen wurden am 16. und 17. in den Frühstunden registriert. Nur das Naturschutzzentrum Nettersheim konnte sechs Frostnächte aufweisen. Den niedrigsten Wert meldete Mechernich-Harzheim mit -4,4 Grad und am Erdboden erreichte die Dahlemer Binz -7,7 Grad. Obwohl die Natur ihrer Zeit gut drei Wochen voraus ist, gab es zur Monatsmitte nur wenige Frostschäden. Wie stark die Apfelbäume betroffen waren, wird sich bald zeigen. Trotz der geringen Niederschläge blieb die Sonnenstundenzahl rund um Euskirchen im April 10% unter dem langjährigen Mittelwert. Auf den Bergen im Südkreis allerdings waren die Summen überdurchschnittlich. Die Summen blieben bei deutlich längerer Helligkeit niedriger als die Märzwerte. Hier einige Vergleichswerte die Gegensatz zwischen Süd- und Nordkreis belegen: Dahlem 179 Stunden, Nettersheim 172 Stunden, Schöneseiffen 170 Stunden, Lommersum und Sinzenich 160 Stunden, Sistig 151 und Heimbach in der Tallage 116 Stunden. Die Natur erhielt vor allem in der Nordeifel und Teilen der Vulkaneifel viel zu wenig Regen. So meldete Udenbreth mit 8 l/qm den zweitniedrigsten Aprilregen seit 1950 (2007 nur 2 l/qm). Hier fielen durch den häufigen Hochdruckeinfluss gerade mal 10% der üblichen Regenmenge. Alle anderen Wetterstationen meldeten 18-35 l/qm und damit nur 30-50% der normalen Aprilsummen. Besonders wenig war es in Kessenich und Euskirchen (18 l), Schöneseiffen und Dahlem (19 l), sowie in Olef und Roitzheim (20 l). Trotz einiger Gewitter konnte nach Ostern das Regendefizit nicht mehr aufgefüllt werden.
2014-05-18 08:12:52

Das Märzwetter 2014

Die Menschen im Rheinland und auch in der Eifelregion erlebten ein überwiegend frühlingshaftes, extrem trockenes und supersonniges Märzwetter. Nichts davon passte in diese Jahreszeit, alles scheint derzeit verschoben. Schon der Winter war frühlingshaft und der März präsentierte sich beinah vorsommerlich. Die Natur raste der Jahreszeit um gut drei Wochen voraus, also ein krasser Unterschied zum hochwinterlichen März 2013. Sie werden es an ihren Heizkosten spüren. Schauen wir uns zunächst auf den Wärmeüberschuss. Die Monatsmitteltemperaturen erreichten in Lommersum 8,3 Grad, in Olef und Gemünd 6,3 Grad, in Nettersheim 5,4 Grad und in Schöneseiffen 6,5 Grad. Die Tallagen waren also kälter als die Bergkuppen der Eifel, aber die Abweichungen vom Langzeitmittel betrugen durchweg +2,0 bis +2,5 Grad. Ähnlich warm waren zuletzt die Märzmonate 2012 und 2003. Für das erste Märzdrittel wurden am 9.3. neue Rekorde aufgestellt mit maximalen Temperaturen von 22-24 Grad (24,1 Grad in Roitzheim und 24,5 Grad in Füssenich). Beim zweiten Warmluftvorstoß zum Frühlingsanfang öffneten die ersten Biergärten und Eisdielen. Trotz des vielen Sonnenscheins und hoher Temperaturen sanken die Tiefstwerte in den Eifeltälern oft in den Minusbereich (zwischen Gemünd und Schleiden gab es 19-20 Frostnächte). Die DWD Station Lommersum meldete am 25.3. sogar die kälteste Nacht des ganzen Winters mit -3,2 Grad. In Olef, an der Kläranlage Houverath und in Nettersheim wurden mit -5 bis -7 Grad die niedrigsten Werte notiert. Seit Beginn der Sonnenscheinmessung im Jahr 1956 in Euskirchen war der März 2014 der sonnigste in der Voreifelregion. Mit 222 Stunden in Schöneseiffen, 216 in Lommersum, 213 in Sinzenich, 211 in Nettersheim und 206 Stunden in Kall-Sistig wurden überall neue März-Bestmarken gesetzt. Die Abweichung vom langjährigen Mittelwert betrug 175-200%. Zu guter Letzt sei noch die enorme Trockenheit beleuchtet. Im Rheinland kann man diesen Regenmangel nur mit den Jahren 1929 und 1953 vergleichen. Bis zur Monatsmitte fielen nur wenige Tropfen und die Waldbrandgefahr stieg auf die höchste Stufe. Nur 10% des üblichen Regens wurde im gesamten Kreisgebiet gemessen. Die trockensten Stationen erreichten gerade mal 4-5 l/qm. Füssenich, Sinzenich und Zülpich hatten nur 4,3 l/qm in den Messbechern. 5 l/qm waren es in Iversheim, Lommersum, Münstereifel und Enzen. Nur Gemünd (26 l) und Malsbenden (21 l) erreichten Summen über 20 l/qm. Im Stadtgebiet Zülpich wird seit 1900 Niederschlag gemessen. Hier lag der März 2014 auf Platz 3 hinter 1921 mit 3 l/qm und 1929 mit 2 l/qm.
2014-05-18 08:12:02

Das Februarwetter 2014

Mit Hilfe der Mitteltemperatur (Monate Dezember, Januar und Februar) lassen sich die Winter in unserer Region sehr genau einordnen. Danach liegt der Winter 2013/14 seit Beginn der Messungen im Eifelraum (seit 1880) auf Platz 4 an allen Stationen. Hier für die Leser zur Gedächtnisstütze die Winter-Hitliste der Station Euskirchen: 6,2 Grad im Winter 1974/75; Zahl der Frostnächte 17; max. Schneedecke 0 cm 6,0 Grad im Winter 2006/07; Zahl der Frostnächte 16; max. Schneedecke 3 cm 5,9 Grad im Winter 1989/90; Zahl der Frostnächte 23; max. Schneedecke 0 cm 5,7 Grad im Winter 2013/14; Zahl der Frostnächte 13; max. Schneedecke 0 cm Auch der Februar brachte in den Niederungen keine Schneedecke, noch nicht einmal Schneeflocken. Und wer geglaubt hatte, der richtige Winter kommt zu Karneval, der hatte sich getäuscht. Im Gegenteil, Karnevalssonntag blühten die Forsythien und jetzt Anfang März dreht der Frühling erst richtig auf; andauernder Hochdruck wird sonnige und warme Tage bescheren. Auch bei den Zugvögeln hatte sich der Einzug milder Temperaturen rundgesprochen, sie kehrten besonders früh zurück. Aber schauen wir uns diesen frühlingshaften Februar mal genauer an. In Zülpich-Sinzenich erreichte die Mitteltemperatur 5,9 Grad und in Lommersum sogar 6,2 Grad. Damit lagen wir gut 3,5 Grad über den Langzeitwerten. Der wärmste Februar erreichte 2002 sogar 7,7 Grad. Abgesehen von einigen warmen Tagen mit bis zu 15,1 Grad in Euskirchen (24.02.) gab es nur selten Nachtfrost (Sinzenich 4 Nächte und zwischen Euskirchen und Lommersum nur 1 Frostnacht). Seit Beginn der Messungen in Euskirchen (1937) gab es keinen Februar mit so wenig Frost. Die logische Folge war ein Totalausfall beim Wintersport in Eifel und Sauerland, sogar die Karnevalsflüchtlinge erlebten in den Alpen mildes Regenwetter. Einzig die Sonnenscheindauer war -wie schon in den Vormonaten- ein Highlight des Hochwinters. Gut 20% lagen die gezählten Sonnenstunden über den Normwerten. Hier eine kleine Auswahl aus Eifel und Voreifel: Schmidtheim 41 Stunden, Dreiborn 55, Nettersheim 61, Heimbach 72, Lommersum 94, Zülpich 107 und Düren sogar 111 Stunden. Der Leeeffekt hinter der Eifel kam bei andauerndem Südwind vor allem dem Bördenraum zwischen Zülpich und Düren zugute. Milde Winter sind oft sehr nass und stürmisch durch den anhaltenden Tiefdruck. Der Februar 2014 dagegen war extrem trocken und hatte zahlreiche Sturmtage vor allem in der ersten Monatshälfte. In Sinzenich wurden 9 Tage mit Windstärke 8 und mehr notiert (in Schöneseiffen 13 Tage). Aber zurück zum Niederschlag. Erneut zeigen die Monatssummen den Einfluss der Eifel. In den Hochlagen waren die Abweichungen (in %) durch den Südstau deutlich geringer als im Umfeld von Euskirchen: Udenbreth 81 l/qm (89%), Schöneseiffen 53 l (61%), Gemünd-Malsbenden 45 l (70%) und Schmidtheim 42 l (63%). Die trockensten Stationen unter 20 l/qm waren: Mülheim-Wichterich 13 l/qm (32%), Füssenich 14 l (39%), Roitzheim 15 l (39%) sowie Zülpich, Iversheim, Kessenich und Lommersum mit 18 l (43%) Im Raum Zülpich war es der zweittrockenste Winter seit 1900 (Niederschlag in den drei Wintermonaten nur 69 l/qm (Langzeitwert 125 l/qm). Wie das Wetter nach einem solch warmen und trockenen Winter weitergeht, ist nach wie vor unklar. Nach dem extremen Winter 1974/75 folgte ein sehr heißer Sommer und nach dem warmen Winter 2006/07 folgte ein extrem sonniges und warmes Frühjahr. Wir werden es also abwarten müssen, vor allem die Folgen des warmen Winters, wie massenhaftes Auftreten von Insekten, Schädlingen und Zecken, werden wir ertragen müssen.
2014-05-18 08:11:22

Das Januarwetter 2014

Nach dem milden Dezember wurde das schneelose Wetter in den Niederungen auch im Januar fortgesetzt. Erst im letzten Monatsdrittel gab es oberhalb von 500 m die ersten dünnen Schneedecken. Leider ist auch bis Mitte Februar kein Wintereinbruch mit Schnee bis in die Niederungen zu entdecken. Beim Blick auf die Wetterdaten des vergangenen Monats fallen die viel zu hohen Temperaturen auf. Mit einer Mitteltemperatur von +5,5 Grad im Raum Euskirchen und Weilerswist wurde der Langzeitwert um 3 Grad übertroffen. Zwischen Dahlem und Schöneseiffen lagen die Januarmittelwerte bei +2,3 Grad. In den ersten drei Wochen wurden fast überall Plusgrade gemessen, erst danach wurde es von Osten etwas kühler. Den Höchstwert von 15,0 Grad (7.1.) konnte der Beobachter in Euskirchen-Roitzheim messen. Während die Ostdeutschen und die Westfalen bei -20 Grad zum Monatsende froren, war im Rheinland oft sonniges Frühlingswetter mit ersten Frühblühern zu beobachten. An meiner Wetterstation in Zülpich-Sinzenich wurde ein schlappes Minimum von -2,6 Grad gemessen (in Lommersum -2,4 Grad). So geringen Frost gab es seit 1937 im Raum Euskirchen nur dreimal: 1948 mit -1,6 Grad, 1975 mit -0,5 Grad und 1988 mit -0,1 Grad. Kältester Ort des Eifelraumes war Houverath mit -5,0 Grad (am Erdboden -9,7 Grad in Schmidtheim). Auch die Niederschlagswerte fielen in diesem milden und sonnigen Januar aus dem üblichen Rahmen. Gerade mal 50% der Langzeitwerte fielen in den verschiedenen Höhenlagen. Die trockensten Orte waren Euskirchen (21 l/qm), Enzen (22 l), Sinzenich (23 l) und Lommersum (24 l), die feuchtesten Standorte waren Gemünd (53 l), Hollerath (57 l), Olef (63 l), Dahlem (64 l) und Udenbreth-Miescheid mit 84 l/qm. Vom 24.1. bis zum Monatsende lag in Udenbreth eine Schneedecke bis zu 21 cm (28.). Erst am 31.1. konnte der Lift am Weißen Stein erstmals in Betrieb gehen. Wie schon im Dezember, so war auch in Januar die Sonnenscheindauer deutlich überdurchschnittlich. Bei einem Plus von 20-30% konnten sich alle Solarzellenbesitzer die Hände reiben. Hier einige Werte zum Vergleich: Heimbach 44 Stunden, Schöneseiffen 53, Nettersheim 58, Sistig 60, Schmidtheim 64, Lommersum 88 und Zülpich-Sinzenich 92 Stunden. In den vergangenen 75 Jahren gab es rund um Euskirchen keinen vergleichbar sonnigen Winter wie bisher in den Monaten Dezember und Januar. Zu diesen „spätherbstlichen“ Kapriolen passen auch die vielen Sturmtiefs mit Böen bis 81 km/h, z. B. in Dahlem am 3. Januar. Auf der Rückseite der Eifel lösten diese meist südwestlichen Winde die Wolken auf und ermöglichten somit Sonnenschein. Die ersten Kraniche werden seit Ende Januar auch schon beobachtet, der Frühling scheint in diesem Jahr recht früh zu kommen. Im Raum Enzen wurden am 4.2. bereits die ersten Frühkartoffeln in den Boden gebracht. Wollen wir hoffen das späte Fröste die frühen Blüten Ende Februar oder im März nicht noch zerstören. Auch im Winter 2006/07 war es bis Ende Februar so mild. Danach folgte ein sehr warmes Frühjahr aber ein bescheidener Sommer ohne Höhepunkte.
2014-05-18 08:10:42